Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Strategieberatung Roland Berger zu Trends im Vermögensmanagement, die der FTD vorliegt.
Weitere Kernpunkte: Die Kunden überlassen Geldanlageentscheidungen wieder verstärkt ihrer Bank und verzichten darauf, bei jeder einzelnen Transaktion mitzureden. Sie fragen vor allem einfache Produkte nach, werden aber in vielen Fällen nach wie vor mit komplexen Strukturen behelligt. Und: Offshore-Banking spielt weiterhin eine Rolle, auch wenn die steuerlichen Anreize immer kleiner werden.
Die Studie unterstreicht, wie stark sich das Geschäft mit Vermögenden seit der Finanzkrise gewandelt hat - und wie schwer sich die Banken mit dem Wandel tun. Am deutlichsten werden die Herausforderungen mit Blick auf die Profitabilität der Anbieter. Das Verhältnis von Kosten zu Einnahmen beträgt Roland Berger zufolge im weltweiten Schnitt inzwischen 70 Prozent. Damit liegt die Vorsteuermarge zwar über dem Wert des Jahres 2008, als für jeden eingenommenen Euro 73 Cent aufgewendet wurden, aber deutlich unter dem Vorkrisenniveau, als 63 Cent je Euro ausreichten.
"Die Portfolios sind wesentlich risikoärmer strukturiert als vor der Finanzkrise", sagt Daniel Gresch, Partner bei Roland Berger in Zürich und Leiter der Asset- und Wealth-Management-Gruppe. "Hinzu kommt, dass die Banken Preiszugeständnisse machen mussten und sich der Produktmix zu Finanzinstrumenten mit geringeren Margen wie börsengehandelten Indexfonds verlagert hat." Trotz Kostensenkungsmaßnahmen sei das Geschäft mit vermögenden Privatanlegern deshalb deutlich weniger profitabel als früher.
Gustav Holtkemper, Bereichsvorstand Wealth Management der
Commerzbank, teilt die Beobachtung, dass die vermögenden Kunden ihre Renditeansprüche gesenkt haben. "Viele Anleger erteilen uns explizit den Auftrag, ihr Vermögen nach Inflation und Steuern zu erhalten. Die Zahl der Kunden, die eine überproportionale Rendite anstreben, ist deutlich geringer als noch vor einigen Jahren."
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