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Tagesgeld 6,5 Prozent mit Einschränkungen

[14:00, 24.01.09]


Die Zeiten der Zinsen von mehr als fünf Prozent sind vorbei. Je höher der Zins, desto länger das Kleingedruckte. Es gibt aber auch Ausnahmen wie etwa einige Autobanken zeigen. Der Driver&Bengsch Nachfolger Accessio lockt unterdessen mit 6,5 Prozent.


Wer auf Tagesgeld setzt, sollte sich nicht von großen Versprechungen blenden lassen.

 Wer auf Tagesgeld setzt, sollte sich nicht von großen Versprechungen blenden lassen.

Wer hohe Zinsen aufs Tagesgeld will, muss mehr oder minder einen gedanklichen Hindernisparcours meistern. Bin ich Neukunde? Übersteigt die Summe, die ich anlegen will den Höchstanlagebetrag? Will ich ein neues Konto eröffnen? Wie sicher soll mein Geld sein? Die Zeiten, in denen sich die Banken mit Spitzenzinsen überboten haben, sind vorbei. Nachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins nun auf zwei Prozent gesenkt hat, sehen viele Banken keine Veranlassung mehr, ihren Kunden große Zinsgeschenke zu machen.

Ein neuer Spitzenzins aus dem hohen Norden

Immerhin gibt es noch ein paar Ausnahmen: Mit einem Paukenschlag und unter neuem Namen hat sich Driver&Bengsch unter den Tagesgeldanbietern zurückgemeldet. Das Accessio Wertpapierhandelshaus bietet 6,5 Prozent Zinsen für immerhin drei Monate und bis zu einem Höchstbetrag von 25.000 Euro. Hier können sich Zinsjäger freuen, jedoch nur wenn sie binnen der vergangenes Jahres keine Driver&Bengsch-Kunden waren, sie nicht mehr als 25.000 Euro anlegen und ihr Geld nach den drei Monaten wieder abziehen. Jeder Euro über dem Höchstbetrag und jeder Euro der länger als drei Monate beim Anbieter aus Itzehoe liegen bleibt, bringt nur noch magere zwei Prozent. Das ist selbst bei den momentan etwas schwachen Tagesgeldzinsen unterdurchschnittlich.

Das achtprozentige „Zinsfeuerwerk“ mit dem die DABbank auf Kundenfang geht, lohnt sich etwa nur dann, wenn man ohnehin vorhat, seine depotführende Bank zu wechseln und das Depot 100.000 Euro schwer ist. Ähnlich verhält es sich bei Cortal Consors. Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält diese Angebote mit dem ellenlangen Kleingedruckten für wenig berauschend.

Satte Zinsen von Mercedes und VW

„Angebote mit hohen Zinssätzen gibt es zurzeit vor allem bei den Autobanken“, sagt der Verbraucherschützer. Die Mercedes-Benz Bank bietet aktuell noch 4,5 Prozent, die  Volkswagen Bank sogar fünf Prozent. Für Bieler wenig verwunderlich, denn die Autokonzerne müssen sich refinanzieren und je schwieriger dies am Kapitalmarkt wird, desto mehr drehen sie bei ihren Bankentöchtern an der Zinsschraube. Dennoch sollte man sich nicht blind auf die Angebote der Autobanken verlassen. Jüngst hat die Mercedes-Benz Bank angekündigt ihren Tagesgeldzins auf glatte vier Prozent zu senken. In Puncto Sicherheit stehen die Offerten aus Wolfsburg und Stuttgart denen der etablierten Banken in nichts nach. Die Volkswagenbank und die ihr Pendant aus dem Hause  Daimler gehören dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken an. Was bedeutet, dass selbst Millionenbeträge voll abgesichert sind.

Angebote wie das mit vier Prozent im Jahr verzinste Tagesgeldkonto der ING-DiBa nehmen sich da geradezu bescheiden aus. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, dass dieser Zinssatz nur zwischen dem 1. Februar und dem 30. April gilt. Beim ING-DiBa-Konkurrenten  comdirect sind zwar noch 4,5 Prozent zu holen, allerdings nur wenn man nebenbei noch ein Girokonto bei der Commerzbank-Tochter eröffnet. Hohe Zinsen mit wenigen Bedingen sind rar geworden.



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© 2009 boerse-online.de, © Illustration: Jens Schierenbeck/dpa/tmn

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