Für verwöhnte Zinsjäger sind die Zinsen bei Tagesgeld und Festgeld zurzeit alles andere als ein Grund zum Feiern. Keine Woche vergeht, ohne dass nicht mindestens ein Anbieter bescheidener wird. Dennoch rechnen sich die Anlageklassiker, dank der derzeit niedrigen Inflationsrate.
Böse Zungen würden von einem Strohfeuer sprechen, das die niederländische NIBC Bank vor knapp zwei Monaten entfacht hat. Der Tagesgeldzins von satten 4,8 Prozent des Newcomers aus Holland hat gerade einmal ein paar Wochen gehalten. Nun gewährt die NIBC nur noch 4,5 Prozent und das bei einer Einlagensicherung von maximal 100.000 Euro pro Person. Wie lange dieser noch immer durchschnittliche Zinssatz bleibt, steht in den Sternen. Die ebenfalls in den Niederlanden beheimatete Credit Europe Bank bietet ebenfalls 4,5 Prozent pro Jahr aufs Tagesgeld – und das konstant.
Für sicherheitsbewusste Anleger, die auf Offerten mit der ungleich höheren deutschen Einlagensicherung vertrauen, sieht es noch düsterer aus. Hier liegt die ING-DiBa mit vier Prozent vorne. Allerdings handelt es sich dabei um ein klassisches Lockvogelangebot. Denn der Zins der Frankfurter gilt gerade einmal für drei Monate: Februar, März und den April. Die DKB, mit ihren 3,8 Prozent aufs Tagesgeld lange Zeit konstant ist hat ihren Zins nun auf 2,55 Prozent heruntergeschraubt. Bei ihrer Tochter, der SKG Bank gibt es noch immer 3,8 Prozent.
Ein ähnliches Bild geben die Zinssätze beim Festgeld ab. Hier sind noch immer die Autobanken weit vorne, allerdings wenn auch mit angezogener Handbremse. So bietet etwa die Mercedes-Benz Bank 3,25 Prozent auf ein Jahr.
Volkswagen und Audi Bank sind mit 2,50 Prozent dabei. Bei XL-Sparen der beiden Anbieter kann der Kunde auch 3,25 Prozent ergattern, allerdings liegt hier der Anlagehorizont zwischen 361 und 541 Tagen.
Niedrige Inflationsraten machen auch schwache Zinsen stark. Wer sich nun über die sinkenden Zinssätze grämt, der möge einen Blick auf die Inflationsrate werfen, denn die steht dem Anlagezins vereinfacht gesagt als Negativzins gegenüber. Vergangenen März lag die Teuerungsrate bei 0,5 Prozent, vor einem Jahr betrug dieser Wert noch drei Prozent. Zwar befürchten viele Experten durch die Geldpolitik der großen Notenbanken höhere Inflationsraten, die würden jedoch erst 2010 oder 2011 auf uns zukommen.
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