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Zahlungsverkehr EU-Kontonummer kommt 2014

[11:30, 22.12.11]

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Es dauert zwar noch etwas, aber die Entscheidung ist gefallen. Ab Februar 2014 wird die bisherige deutsche Bankleitzahl und auch die europäische Bankleitzahl durch die IBAN ersetzt.


Bürger und Firmen in der EU müssen ab Februar 2014 die neue internationale Kontonummer verwenden – die 22-stellige IBAN. Darauf einigten sich Unterhändler von Europäischem Parlament, Mitgliedsstaaten und EUKommission. Dafür fällt dann die bisherige deutsche Bankleitzahl und auch die europäische Bankleitzahl BIC weg. Das jeweilige Land der Bank und die Nummer des Geldinstituts sind in der IBAN enthalten.

Ziel ist eine Vereinfachung des Zahlungsverkehrs im EU-Binnenmarkt. Durch die Vollendung des einheitlichen europäischen Zahlungsraums (Sepa) könnten Firmen, Banken und Haushalte binnen sechs Jahren über 120 Mrd. Euro sparen, erklärte das Europäische Parlament. Ähnliche Zahlen hatte schon die Europäische Zentralbank genannt.

In Deutschland hatte es lange Bedenken gegen Sepa gegeben. Während Nachbarländer wie Frankreich und Belgien längst für alle Konten die IBAN nutzen, hielten die deutschen Banken an der gewohnten Kombination aus Kontonummer und achtstelliger Bankleitzahl fest. Nur bei grenzüberschreitenden Geschäften wird die IBAN bereits benutzt. Deutsche Unterhändler setzten durch, dass deutsche Bankkunden ihre alten Kontonummern bis 2016 benutzen dürfen, wenn die Banken im Zahlungsverkehr für eine automatische Umstellung sorgen. „Dank dieser Umrechnungshilfen verliert die IBAN den vermeintlichen Schrecken“, sagte der SPDEuropaabgeordnete Udo Bullmann.

Erhalten bleibt auch das deutsche Lastschriftverfahren. Zu Beginn der Verhandlungen war befürchtet worden, dass alle geltenden Genehmigungen automatischer Lastschriften neu erteilt werden müssten. Nun bleibt aber das jederzeitige Rückrufrecht für Abbuchungen, deshalb müssen nicht für Millionen von Verträgen neue Unterschriften eingeholt werden. „Ein Chaos bei der Umstellung bleibt uns erspart“, sagte der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold. Der gefundene Kompromiss bringe einen effektiven Euro-Zahlungsverkehrsraum mit starkem Verbraucherschutz. Die in Deutschland üblichen elektronischen Lastschriften werden laut Giegold europaweit einsatzfähig. Sie ermöglichen dem Einzelhandel eine geringere Abhängigkeit von den Kreditkartenbetreibern und den Zahlungskarten der Banken. Den Banken ist das Lastschriftverfahren mit Unterschrift an der Ladenkasse wegen der geringen Gebühren ein Dorn im Auge.

In diesem Artikel
  1. EU-Kontonummer kommt 2014
  2. Hoffnung auf geringere Kontogebühren

 

© 2011 ftd, © Illustration: dpa

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