Die Notenbank will weiterhin den seit September angepeilten Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro durchsetzen. Wenn nötig werde sie unbegrenzt Devisen kaufen, bekräftigte die SNB ihre bisherige Position in der geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag.
Viele Marktteilnehmer hatten sich Händlern zufolge auf eine Anhebung des Euro-Mindestkurses eingestellt. Nach der Mitteilung legte der Franken denn auch rund 70 Basispunkte zu und notierte bei 1,2260 Franken.
Nach Einschätzung der SNB ist der Franken immer noch hoch bewertet und sollte sich abschwächen. "Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, steht die Nationalbank bereit, jederzeit weitere Maßnahmen zu ergreifen", erklärte SNB-Präsident Philipp Hildebrand.
Für Peter Rosenstreich, Chef-Devisenanalyst von Swissquote Bank ist die Eskalation der europäischen Schuldenkrise der Hauptgrund, wieso die SNB den Euro-Mindestkurs nicht anhebt. Gemäß der SNB ist eine weitere Eskalation der Staatsschuldenkrise nicht auszuschließen. "Eine solche hätte gravierende Folgen für das internationale Finanzsystem", erklärte Hildebrand. "Auch die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz sind aufgrund der engen Beziehungen zur Eurozone in hohem Maße vom Verlauf der Krise abhängig."
Die Schuldenkrise und der starke Franken werden der SNB zufolge erst im nächsten Jahr voll auf die Schweizer Wirtschaft durchschlagen. Die Notenbank rechnet damit, dass sich das Wirtschaftswachstum auf 0,5 Prozent von 1,5 bis zwei Prozent in diesem Jahr abschwächt.
Inflationsgefahr droht nach Einschätzung der Währungshüter auf absehbare Zeit nicht. Im kommenden Jahr wird weiterhin mit einem Preisrückgang von minus 0,3 Prozent gerechnet. 2013 wird dann ein Preisanstieg von 0,4 (bisher: plus 0,5) Prozent erwartet. In diesem Jahr dürfte die Inflation 0,2 Prozent betragen. "Sollte sich die Auslandsnachfrage stärker als erwartet abschwächen, würden sich Abwärtsrisiken für die Preisstabilität abzeichnen", sagte Hildebrand.
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