Der
Schweizer Franken ist am Mittwoch gegenüber Euro und
Dollar um ein halbes Prozent eingeknickt. Für einen Euro mussten erstmals seit Anfang Juli 1,22 Franken gezahlt werden, am frühen Morgen notierte die Gemeinschaftswährung vorübergehend sogar über 1,23 Franken. Der Greenback war mit 0,89 Rappen gegenüber dem Franken so stark wie zuletzt Mitte Mai.
Hintergrund sind Spekulationen, die Schweizer Nationalbank (SNB) könnte ein neues Kursziel von 1,25 Franken pro Euro festlegen.
"Es halten sich hartnäckig Gerüchte, die SNB könnte den Euro-Wechselkurs von mindestens 1,20 Franken auf 1,25 Franken anheben", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters die Analystin Ursina Kubli vom Schweizer Bankhaus Sarasin. Die Notenbank hatte am 6. September mitgeteilt, sie werde einen Euro-Wechselkurs unter 1,20 Franken nicht mehr zulassen.
Die SNB reagierte damit auf die monatelange Aufwertung der Landeswährung, die "eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft" darstelle. Der Höhenflug des Franken erschwerte den Unternehmen den Absatz ihrer Produkte auf dem Weltmarkt. Zudem wichen Verbraucher für ihre Einkäufe in Nachbarstaaten wie Deutschland aus, auch der Tourismus litt unter der starken Währung.
Mit ihrem Überraschungscoup Anfang September hatte die SNB zahlreiche Devisenhändler auf dem falschen Fuß erwischt. Mit der Festlegung des Euro-Wechselkurses auf 1,20 Franken wertete sie die heimische Devise auf einen Schlag um acht Prozent ab. Investoren, die auf einen weiteren Anstieg des Franken gewettet hatten, bescherte der Schritt Verluste.
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