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Devisen Das Risiko der Wechselkurse

[13:00, 31.01.12]

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Mit der Spekulation auf Wechselkurse können Anleger in jeder Marktlage Geld verdienen. Direktinvestments sind aber riskant.


Euromünzen

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Seit voriger Woche haben Privatanleger in Deutschland eine weitere Möglichkeit, auf Wechselkursveränderungen zu spekulieren. Der US-Devisenhandelanbieter Forex.com hat eine deutschsprachige Handelsplattform eingeführt. "Der Devisenhandel in Deutschland wächst rasant", sagt Glenn Stevens, Vorstandschef der Betreiberfirma Gain Capital. 2011 habe der Markt hierzulande um rund 30 Prozent zugelegt - davon wollen die Amerikaner nun profitieren.

Den Grund für den Boom der Devisenspekulationen sieht Forex.com in den Schuldenproblemen vieler Euro-Staaten. "Der Euro steht angesichts der sich verschärfenden Schuldenkrise vor einer entscheidenden Herausforderung", so Researchleiterin Kathleen Brooks: "Für Anleger ist deshalb der Zeitpunkt gekommen, Devisen in ihr Portfolio aufzunehmen."

EUR/USD
Intraday3 Monate6 Monate1 Jahr3 Jahre
WKN
965275
Aktueller Kurs
1,27 $
Veränd. z. Vortag
-0,13 %

Für diesen Schritt gibt es zwei Argumente: Erstens erscheinen Aktien- und Rentenmarkt derzeit wenig attraktiv, weil die Aktienkurse stark schwanken und das Risiko vieler Anleihen schwer einzuschätzen ist; Devisenspekulationen können da eine Alternative sein. Zweitens stehen die Veränderungen der Wechselkurse im Moment besonders im Fokus der Öffentlichkeit; für Privatanleger erscheint es deshalb leichter als üblich, sich ein Urteil über die anstehenden möglichen Bewegungen zu bilden.

Geschäfte mit Devisen eignen sich nur für Anleger, die äußerst kurzfristig spekulieren wollen. "Viele kaufen oder verkaufen mehrmals am Tag oder halten eine Position über Nacht", sagt Torsten Gellert, Geschäftsführer des US-Unternehmens FXCM, das seit zwei Jahren ein Büro in Deutschland unterhält. Bei FXCM können Privatanleger mit sogenannten Contracts for Difference auf Wechselkursveränderungen wetten. Alternativ handeln sie am Spotmarkt Währungen, bauen also Guthaben in Fremdwährungen beim Broker auf. Besonders beliebt sind Spekulationen auf Währungen der Industriestaaten, etwa die Wechselkurse zwischen Euro und Dollar, Pfund Sterling und Dollar oder Euro und Yen. Aber auch die Währungen der aufstrebenden Schwellenländer rücken immer mehr ins Blickfeld.

Der Vorteil von Devisengeschäften: Der Handel ist rund um die Uhr extrem liquide. Immerhin werden am Devisenmarkt inzwischen täglich 4000 Mrd. Dollar umgesetzt, schätzt die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich; rund 20 Prozent mehr als 2007. Außerdem sind die Transaktionskosten gering, weil anders als bei Aktiengeschäften keine Börsengebühren anfallen. Und: Während am Aktien- und Anleihemarkt in Baissezeiten die Kurse auf breiter Front einbrechen können und man allenfalls mit Short-Positionen Geld verdienen kann, gibt es im Devisenhandel immer Gewinnmöglichkeiten - denn es können niemals alle Wechselkurse gleichzeitig fallen.


 

© 2012 ftd.de, © Illustration: Getty Images = Getty Images

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