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Devisen Kronen - ein sicherer Hafen?

[15:53, 23.02.12]


Lange galten die schwedischen und norwegischen Währungen als stabile Geldanlage. Doch nun geraten sie immer stärker unter Druck. Experten fordern eine Abwertung.


Schwedische Krone

 Schwedische Krone

Analysten und Devisenstrategen halten die schwedische und die norwegische Krone für überbewertet. Zur Begründung verweisen sie in aktuellen Kommentaren auf das abgeschwächte Wachstum in den nordischen Ländern sowie in der Euro-Zone. Hinzu komme, dass beide Währungen – relativ gesehen – eher als illiquide Devisen gelten.

Schwedens Zentralbank hatte den Leitzins am 16. Februar bereits zum zweiten Mal in Folge gesenkt auf nun 1,5 Prozent. Ein Grund: Im Dezember war der Export, der fast die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, um rund sechs Prozent gefallen. Auch Norwegens Exporte waren im vierten Quartal 2011 geschrumpft – und zwar um 4,3 Prozent. Die Zentralbank senkte im Dezember den Leitzins auf 1,75 Prozent. Das war nicht nur ein Rückgang von 0,5 Prozentpunkten, sondern auch die größte Reduzierung seit Mai 2009. Eine schwächere Nachfrage aus verschuldeten Euro-Ländern hatte einige Exporteure bereits dazu veranlasst, Stellen zu streichen. So teilte beispielsweise das Solarunternehmen Renewable Energy aus Oslo mit, einige Werke dichtmachen zu wollen. Von der Maßnahme würden rund 700 Mitarbeiter betroffen sein.

Nach Berechnungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist die schwedische Krone etwa 25 Prozent zu teuer. Bei der norwegischen Krone seien es sogar über 40 Prozent. Erst vergangene Woche erklärte Öystein Olsen, Chef der norwegischen Notenbank, er stehe bereit, etwas gegen die Stärke der Krone zu unternehmen. Sein schwedischer Amtskollege Stefan Ingves hatte noch Ende 2010 Forderungen nach einem Eingreifen eine Absage erteilt. Nun jedoch hat sich das Blatt gewendet. Es gibt Sorgen, die starke Krone belaste das Wachstum im Land – nicht zuletzt wegen der griechischen Schuldenkrise.

Ruf nach Abwertung

„Diese Währungen müssen abwerten“, sagte Peter von Maydell, Chef für Devisenstrategien bei  Credit Suisse Securities in London, im Interview. In dieselbe Richtung argumentierte auch Björn-Roger Wilhelmsen, Chefstratege für Zinsen und Devisen bei Swedbank First Securities in Oslo. „Eine substanzielle Aufwertung hätte geldpolitische Antworten zur Folge.“

Analysten gehen davon aus, dass die nordischen Währungen gegenüber dem Dollar und dem Euro bis einschließlich des dritten Quartals an Wert verlieren. Demnach wird die norwegische Krone von aktuell 7,50 auf 7,60 Kronen je Euro und von 5,70 auf 6 Kronen je Dollar sinken, zeigt der Median von über 20 Schätzungen. Die schwedische Krone wird sich von aktuell 8,70 auf 8,90 Kronen je Euro und von 6,70 auf 6,90 Kronen je Dollar verbilligen, ergab eine weitere Umfrage.

Zu Verlusten bei den beiden Währungen könnte es auch deshalb kommen, weil sie unter den G10-Staaten zu jenen vier Devisen gehören, die am wenigsten gehandelt werden. Das geht aus Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hervor. Damit dürfte es für Investoren schwieriger werden, aus den Währungen auszusteigen. „Ihre Illiquidität ist definitiv negativ, wenn die Märkte Risiken reduzieren wollen“, sagte Adam Cole, weltweiter Chef für Fremdwährungsstrategien bei RBC Capital Markets in London.


 

© 2012 Bloomberg, © Illustration: Getty Images = Getty Images

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