Von Markus Hinterberger
Die
Volkswagen Bank verzeichnet Rekorde bei den Kundeneinlagen und sieht im Geld ihrer Kunden eine wichtige Geldquelle. Die Zinskurve von Deutschlands größter Autobank zeigt jedoch nach unten.
Zu Jahresbeginn waren Autobanken die Lieblingsbeute von Zinsjägern. Der Run auf die hohen Zinsen war zeitweise so groß, dass die Mercedes-Benz Bank mehrere Wochen lang keine Neukunden mehr annehmen konnte. Die Münchner Konkurrenz von
BMW Financial Services bat Finanzportale, ihr Angebot nicht mehr in den einschlägigen Konditionenübersichten zu listen. Bleibt die
Volkswagen Bank. Die in Braunschweig beheimatete Volkswagen-Tochter hatte keine Problem mit dem Kundenansturm konnte aber im Jahr 2008 ihre Kundeneinlagen um ein Drittel auf rund 12,8 Milliarden Euro steigern. Im laufenden Jahr sind bereits knapp 3,5 Milliarden Euro dazugekommen. Insgesamt hat das Institut nun fast 900.000 Kunden. Der rege Zulauf kann der Bank nur recht sein. Denn mit den Kundeneinlagen kann sie ihre übrigen Bereiche wie das Leasing oder Kreditgeschäft refinanzieren.
„Wir wollen zwar oben mitspielen, aber nicht auf Teufel komm raus, die Zinstabellen anführen“, sagte Bank-Vorstand Michael Reinhart, am Rande der Bilanzpressekonferenz von
Volkswagen Financial Services. Am 19. März werden die Konditionen zumindest beim Festgeld erneut angepasst: Es geht leicht abwärts. Wer sein Geld für etwa für drei Monate bei der
Volkswagen Bank parkt kann bislang noch mit 1,75 Prozent rechnen, ab Donnerstag sind es nur noch 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr.
Beim Tagesgeld bieten die Braunschweiger noch einen Spitzenzins von vier Prozent. Mehr, nämlich glatte fünf Prozent, gibt es bei der
GE Money Bank. Die direkte Konkurrenz aus Stuttgart und München ist davon weit entfernt. Dort gibt es drei und 2,4 Prozent. In Sachen Festgeld liegt unter den Autobanken die Mercedes-Benz Bank mit satten 4,6 Prozent auf ein Jahr weit vorn. Die
Volkswagen Bank bietet für ein Jahr lediglich 3,6 Prozent.
Michael Reinhart und sein Vorstandschef Frank Witter rechnen mit einer Konsolidierung am Autobanken-Markt. Sollten ihr Vorhersage eintreffen, müssen Sparer mit noch tieferen Zinsen rechnen.




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