Mein BÖRSE ONLINE
Benutzername
  
Passwort
   
Passwort vergessen   neu hier


Fonds aktuell

Biotechfonds Viel Aufregung um nichts

[17:20, 03.02.10]


Ein äußerst schwankungsanfälliges Nullsummenspiel: Das waren Investments in Biotechfonds in den vergangenen drei Jahren.


Wer Anfang 2007 Geld in Pharmakonzerne, Genforschungsunternehmen und Medizintechniklieferanten steckte, hat womöglich die gesamte Gefühlspalette von Euphorie bis Frust durchlebt. Nur, viel hat die ganze Aufregung nicht gebracht. Der maßgebliche Biotechindex von MSCI verlor pro Jahr 0,9 Prozent. Bei Fonds, die Morningstar der Kategorie Biotech zuordnet, steht im Schnitt sogar ein jährliches Minus von vier Prozent zu Buche. Und selbst die erfolgreichsten Manager schafften allenfalls zwei Prozent plus pro Jahr.

Das alles ist angesichts der Einbrüche an den weltweiten Aktienmärkten insgesamt zwar ein respektables Ergebnis. Gemessen an Schwankungen von durchschnittlich 17 bis 26 Prozent um die mittlere Kursentwicklung ist es aber eindeutig zu wenig. Auf jedem Tagesgeldkonto ließe sich mehr verdienen, und das gänzlich ohne Schwankungen.

Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Biotechnologie im Vergleich

Angesichts dieser Bilanz stellt sich durchaus die Frage, warum Anleger sich überhaupt mit einem solchen Nischenprodukt befassen sollten. Tatsächlich sind Biotechfonds eine Modeerscheinung, die vor zehn Jahren ihren Höhepunkt erlebte. Sieben der zehn besten Fonds im Rating wurden in den Jahren 2000 und 2001 aufgelegt. Drei weitere stammen aus den 90er-Jahren: Neben dem Fonds der  Allianz sind das die Angebote der schweizerischen Privatbanken Pictet und  UBS. Tatsächlich haben selbst Anleger, die damals schon dabei waren, kaum etwas verdient, wie ein Blick auf die langfristige Performance des ESPA Stock Biotec zeigt. Zwischen Anfang 2000 und Ende 2009 liegt der Fonds mit 0,2 Prozent pro Jahr im Minus. Auch die starken Schwankungen teilt er einmütig mit der Konkurrenz. Im besten Jahr ging es fast 55 Prozent bergauf, im schwächsten verlor der Fonds rund 52 Prozent an Wert. Nur jene drei Fonds, die zufällig schon vor dem Höhepunkt der großen Hightech-Blase um die Jahrtausendwende auf dem Markt waren, retten ein Plus aus den 90ern.

Das alles ist für Anleger unerfreulich, zumal das Thema Biotechnologie für mehr Ertrag taugen sollte. Die Erfolge der Genforschung, die alternde Gesellschaft, rege Fusionstätigkeit bei Pharmakonzernen - all das sind eigentlich Faktoren, die für Kurssteigerungen sprechen. Warum sie nicht eingetreten sind? Neben allgemeinen weltwirtschaftlichen Verwerfungen sind hier vor allem die hohen Risiken bei der Medikamentenentwicklung, die politischen Debatten um die Gentechnik oder auch die Querelen um die Gesundheitsreform in den USA zu nennen. Aber auch Dollarkursschwankungen spielten eine Rolle, denn die größten Biotechkonzerne sind in den USA notiert.

Überdies zählt die Selektion der besten Biotechaktien zu den schwersten Übungen des Fondsmanagements überhaupt. Daher steuern viele Anbieter die Fonds auch gar nicht im eigenen Haus, sondern betrauen damit externe Spezialisten mit medizinischem Know-how. Ergebnis: Die Fonds langen bei den Managementgebühren kräftig zu. Da vielfach auch noch performanceabhängige Gebühren dazukommen, zählen Biotechfonds zu den teuersten Anlageklassen.

Damit aber keine Missverständnisse aufkommen: Dem Vernehmen nach machen die Spezialisten ihre Sache nicht schlecht. Nur sind sie eben in einem sehr engen und riskanten Markt aktiv. Mehr als eine kleine Biotechbeimischung sollten hiesige Privatanleger sich daher nicht gönnen.


 

© 2010 ftd, © Illustration: Pressebild, boerse-online.de

Diesen Artikel bookmarken bei...

BlinkList del.icio.us Folkd Furl Google Linkarena Mister Wong oneview Webnews weblinkr Yahoo MyWeb YiGG

 


Kalender
HV-Termine

Trendcheck
Glauben Sie an ein Comeback von Japan-Aktien?
 
Anzeige
Video


Alle Videos
Kalender
HV-Termine

Trendcheck
Glauben Sie an ein Comeback von Japan-Aktien?
 
Anzeige
Video

Alle Videos