Mit Fonds und Zertifikaten können gut informierte Privatanleger durchaus etwas anfangen. Was aber macht die Kombination aus beiden Angeboten, den Zertifikatefonds, aus? Nun, der Mix macht`s.
Stellen Sie sich einfach vor, Sie haben lange keine Gummibären gekauft. Nun können Sie eine bestimmte Sorte aussuchen und haben das Risiko, dass ihnen die spezielle Auswahl besonders gut oder eben gar nicht schmeckt und ein Fehlkauf war. Vorsichtige Naturen kaufen lieber eine bunte Mischung, wo von allem etwas drin ist. Nicht ganz so, aber doch ähnlich funktionieren Zertifikatefonds. Mit dem Kauf erwerben Anleger nicht nur ein Produkt, sondern gleich einen ganzen Korb von Papieren. Sie streuen damit ihr Risiko, haben unter Umständen aber auch ein paar schlechtere Anteile im Korb. In den vergangenen Jahren waren es nach dem Geschmack der Käufer jedoch zu viele schlechte Anteile. Die Gründe, warum mancher Fonds nicht das halten konnte, was er versprochen hatte, sind jedoch vielschichtig. Offensichtlich ist jedoch der starke Rückgang an investierten Geldern. Von in der Spitze rund 7 Milliarden Euro blieben nur noch gut 700 Millionen über. Dabei war die Performance lange Zeit ähnlich wie am Aktienmarkt sehr mager, gleichzeitig die Gebühren nicht eben gering. Doch wie so oft wäre es falsch, allen Angeboten pauschal schlechte Noten auszustellen.
So sieht beispielsweise die Performance des
Allianz RCM Bonus Barriere im 3-Jahresvergleich nicht gut aus. Im Vergleich zum DAX verliert das Produkt rund zwanzig Prozentpunkte und kann auch im Vergleich zum Euro Stoxx nicht überzeugen. Dies ist nicht wirklich überraschend, da mit dem rapiden Absturz der Märkte und fast aller Einzeltitel ab dem Jahr 2008 das Umfeld für Bonuszertifikate extrem schlecht war. Doch es geht dennoch besser. So liegt der DWS Bonus Aktiv sowohl knapp vor dem Euro Stoxx 50 als auch vor dem RCM Bonus der
Allianz. „Als Vergleichsmaßstab sollte ohnehin nicht der DAX, sondern besser der Stoxx 50 herangezogen werden“, findet Martin Schneider, Manager des DWS Bonus Aktiv. Grundsätzlich sind Bonusfonds geeignet, solange es nur kleinere Korrekturen gibt. Dann spielen die im Fonds enthaltenen Strukturen ihre Stärken aus. Bei der Strukturierung arbeiten die Häuser „seit einiger Zeit vermehrt mit synthetischen Strukturen, bilden das Produkt also über Aktien sowie entsprechende Down-and-Out-Puts nach“, erklärt Experte Schneider. Den gleichen Ansatz verfolgt Florian Reibis beim
HSBC Trinkaus Euro Bonusstrukturen. Zudem will man 2010 versuchen, Spitzen in der Volatilität bei allen Zertifikatefonds zu nutzen, um günstig auf Einkaufstour zu gehen. „Die Produkte sind dabei so konzipiert, dass sie in Seitwärtsmärkten Geld verdienen. Dies gilt natürlich auch für den Ansatz mit Bonusstrukturen.“




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