Die britische Fondsgesellschaft Schroders hat offenbar einen neuen Verkaufsschlager entdeckt, der so neu gar nicht ist: Produkte mit fester Ausschüttung. Das Haus brachte jüngst ausschüttende Anteilsklassen für gleich zehn Fonds auf den Markt, darunter Renten-, Dividenden- und Mischfonds.
Im Unterschied zu herkömmlichen ausschüttenden Fonds ist die Zahlung indes nicht an das Jahresergebnis gekoppelt und fällt damit nicht - je nach Marktlage - einmal höher und das nächste Mal niedriger aus. "Das war nie verlässlich", sagt Schroders-Geschäftsführer Achim Küssner. Stattdessen bekommen Anleger mit den neuen Anteilsklassen garantiert drei bis acht Prozent pro Jahr ausgezahlt, erwirtschaftet mit Anleihen oder Dividendentiteln.
Die Auszahlung ist so aufgeteilt, dass jedes Quartal ein Teil fällig wird und nicht, wie sonst bei ausschüttenden Fonds üblich, alles auf einmal am Jahresende. "Wir haben auf die Nachfrage reagiert", sagt Küssner. Gesucht werde nach Anlageinstrumenten, die Verlässlichkeit und stete Renditen verhießen. "Unser Modell kommt bei Privatanlegern gut an."
Fonds mit fester Ausschüttung sind nicht unbedingt immer eine gute Wahl. Das Problem: Fallen die Zins- oder Dividendenerträge zu niedrig aus, um damit die Ausschüttung decken zu können, muss das Geld anderweitig beschafft werden.
Das bedeutet in der Regel, dass der Fondsmanager Wertpapiere verkaufen muss - selbst wenn das Marktumfeld ungünstig ist. "Es ist fraglich, wie diese Praxis Anlegern nützen soll", kritisiert Maximilian Kreitlmeier, Analyst der Ratingagentur Morningstar. Der Anleihefonds ISF Emerging Markets Debt Absolute Return von Schroders, aufgelegt im Sommer 2010, hat sein Portfolio bereits angreifen müssen.
Die Zinsen für viele Anleihen liegen derzeit ausgesprochen tief, Schroders' zehn neue ausschüttende Anteilsklassen starten also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. "Wir verfolgen aber eine langfristige Politik und wollen die Einführung neuer Produkte nicht von der aktuellen Kapitalmarktsituation abhängig machen", sagt Küssner. Die neuen Fonds seien zudem lediglich ein Zusatzangebot. Es stehe Anlegern schließlich frei, stattdessen zur herkömmlichen Fondstranche zu greifen.
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