Aktien von Edelmarken schlagen sich auf Jahressicht gut. Die Schwankungen des
Allianz RCM Deluxe sind dennoch hoch.
Solange Chinesinnen Louis-Vuitton-Taschen kaufen, kann die Weltwirtschaft noch nicht am Abgrund stehen. Obwohl die Konjunktur auch in China zu schwächeln beginnt, läuft das Asiengeschäft mit Luxusgütern noch immer rund. Für die Branche ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil. „Der Sektor zeigt sich auch in der aktuellen Marktlage noch verhältnismäßig stark“, sagt Eva Quiroga, Analystin der Schweizer Großbank
UBS. Luxusgüterunternehmen seien heute stärker in Asien vertreten als noch vor drei Jahren, und die Anzahl der asiatischen Touristen, die in den USA und Europa Uhren und Schmuck kaufen, steige jedes Jahr. „Das dürfte das Geschäft stabiler halten als in der letzten Krise.“ Und damit auch die Aktienkurse.
Das ist nicht selbstverständlich. Denn Konsumwerte sind meist sehr zyklisch, sie reagieren in Auf- wie Abschwungphasen stärker als der Markt. Unter den Konsumwerten reagieren wiederum Luxusgütertitel besonders heftig. Entsprechend wild sah die Entwicklung des
Allianz RCM Deluxe bislang aus: Im Jahr 2008 musste der Fonds 44 Prozent Minus einstecken, die er im Folgejahr fast wieder wettmachte, um dann 2010 um rund 52 Prozent zuzulegen. Wie weit es jetzt wieder nach unten geht, dürfte davon abhängen, wie lang die weltweite Konjunkturschwäche anhält und wie stark sie auf Asien durchschlägt. „Der Sektor wird sicher noch zu leiden haben“, sagt UBS-Analystin Quiroga.
Bislang hält sich der Fonds mit einem Minus von rund fünf Prozent im laufenden Jahr verhältnismäßig wacker. Fondsmanager Giovanni Trombello bevorzugt derzeit Unternehmen, die einen großen Teil ihres Umsatzes in China erzielen. Dazu zählt etwa der Schweizer Konzern Richemont, zu dessen Töchtern unter anderem Montblanc und Cartier gehören, oder der Uhrenhersteller Swatch. „Wir schätzen die Wachstumsaussichten in China langfristig weiterhin positiv ein“, sagt Trombello. Darüber hinaus setzt er auf Unternehmen mit starken, traditionsreichen Marken. Seit Auflegung des Fonds im Juli 2006 konnte Trombello so ein jährliches Plus von rund 5,5 Prozent erzielen.
Risikofreudige Anleger, die davon überzeugt sind, dass die Aktienkurse bald wieder steigen, können durchaus einen Blick auf den Fonds riskieren. Schwächeln die Märkte weiter, wird er allerdings schnell zum Luxusinvestment. Mit einer Verwaltungsgebühr von 1,75 Prozent ist er deutlich teurer als der Durchschnitt, der bei aktiv verwalteten Konsumgüterfonds bei 1,49 Prozent liegt. Hinzu kommen Administrationskosten, sodass die Gesamtkostenquote bei 2,05 Prozent liegt. Falls der Fonds seine Benchmark übertrifft, wird eine erfolgsabhängige Gebühr fällig. Die ist in Ermangelung tauglicher Luxusindizes ein schlichter Konsumgüterindex – und wird damit in Hochzeiten von den zyklischen Luxusgütern leicht geschlagen.
Beobachten
Risiko: Hoch
WKN: A0J24E
Kurs: 64,07€
Gebühr p.a. (TER): 2,05%
Volumen: 33 Mio.€
Ausgabeaufschlag: 5,00%
Performance 1 J.: 22,5%
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