Magellan Der Schwellenländerfonds blieb zuletzt trotz hohem Plus hinter der Konkurrenz zurück. Kein Grund zur Sorge – das Konzept stimmt.
MAGELLAN C
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Der ein oder andere Anleger könnte
enttäuscht sein. Schließlich erwirtschaftete
der legendäre Fonds Magellan
im Jahr 2009 „nur“ 57,5 Prozent
Plus. Damit blieb der Flaggschifffonds der
auf Emerging Markets spezialisierten Pariser
Investmentboutique
Comgest 15 Prozentpunkte
hinter der Benchmark, dem
MSCI Emerging Markets. Weitere Makel:
Satte elf Prozentpunkte betrug der Rückstand
zum Durchschnitt seiner Peergroup.
Und zum zweiten Mal in diesem Jahrtausend
gruppierte sich der Magellan-Fonds
im letzten Quartil der globalen Emerging-
Market-Fonds ein. Das erste Mal war dies
2005 geschehen – ebenfalls ein exzellentes
Börsenjahr für Schwellenländer.
Für die Analysten von Morningstar ist
der Rückstand allerdings kein Grund, ihr
Toprating von fünf Sternen zu revidieren.
Im Gegenteil: „Die relative Underperformance
entspricht dem konsistenten
Investmentansatz“, erklären die Fondsspezialisten
im jüngsten Qualitätsrating.
Die Magellan-Manager Vincent Strauss
und Wojciech Stanislawski verfolgten
auch 2009 konsequent ihren konservativen
Kriterienkatalog.
Sie setzen auf Unternehmen
mit soliden Bilanzen, bei
denen künftige Gewinne gut eingeschätzt
werden können. Hohe Rentabilität des
eingesetzten
Kapitals und überdurchschnittliche
Gewinnspannen sind Pflicht.
Mobilfunkunternehmen
wie die südafrikanische
MTN Group oder das indische
Bharti Airtel sowie Anbieter nichtzyklischer
Konsumgüter finden sich daher besonders
häufig im mit rund 40 Werten
eng geschnittenen Portfolio wieder.
Zyklische
Branchen und Finanztitel fallen
dagegen weitgehend durchs Raster.
Gerade die zyklischen Branchen legten
2009 oft dreistellig zu. Doch sie waren es
auch, die im Jahr zuvor abstürzten. Kein
Wunder, zeigt sich die Stärke des Magellan
besonders in schwachen Börsenjahren:
Dreimal war die Bilanz der Emerging
Markets im vergangenen Jahrzehnt rot –
jedes Mal schlug der Fonds seine Konkurrenz
um Längen. Die geringere Volatilität
zahlt sich auf mittlere und lange Sicht aus.
In den vergangenen zehn Jahren legte der
Fonds pro Jahr um rund 12,5 Prozent zu.
Der MSCI-Emerging-Markets-Index schaffte
nur fünf Prozent. 2010 könnte das Börsenwetter
wieder stürmischer werden.
Deshalb bleibt der Magellan für Anleger
mit Emerging-Markets-Ambitionen ein
Kauf – trotz oder gerade wegen seiner unterdurchschnittlichen
Performance im
Jahr 2009.
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Zur Auswahl stehen für das Leserinvestment der Ausgabe 05/2010: Hermés, LVM H und Richemont
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