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Branche in der Misere Pannenjahr der geschlossenen Fonds

[16:13, 27.12.11]

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2011 ist für die geschlossenen Fonds zum Horrorjahr geworden. Und Entspannung ist für die Anleger nicht in Sicht.


Die Aktien des Hamburger Emissionshauses  MPC werden in Kürze nicht mehr am regulierten Markt gehandelt, sondern im Börsensegment Entry Standard des Freiverkehrs der Frankfurter Wertpapierbörse. Den Wechselantrag hat der Fondsinitiator gestellt, um Kosten zu sparen. Denn das Jahr 2011 war kein gutes für  MPC, und damit steht das Unternehmen stellvertretend für weite Teile der Branche der geschlossenen Fonds.

MPC Capital Geschlossene Fonds Oelplattform im Bau

 MPC Capital Geschlossene Fonds Oelplattform im Bau

Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil. MPC-Vorstandsmitglied Alexander Betz rechnet 2012 mit dem Schlimmsten. Bislang seien die meisten Einschläge psychologischer Art. Doch das werde sich im kommenden Jahr ändern. Anleger werden Kapital verlieren, glaubt Betz: "Ich sehe keine Signale für Entspannung. Schiffe geraten in das vierte Jahr der Krise, die Banken werden zunehmend die Verwertung fordern. Dabei dürften Anleger oft leer ausgehen."

Die bedrohliche Entwicklung beschränkt sich nicht auf die Schiffsfonds. Gefährlich wird es auch für Zeichner von Immobilienfonds, die seinerzeit einen Teil des Darlehens in Schweizer Franken aufgenommen haben, um von den günstigeren Zinsen zu profitieren. Die Währung der Eidgenossen ist im Vergleich zum Euro so stark geworden, dass sich die Kredite umgerechnet erhöht haben.

Auch wenn die Worst-Case-Szenarien nicht eintreffen müssen, so leidet doch das Neugeschäft darunter. Davon betroffen sind auch Initiatoren, die vorbildlich gearbeitet haben. "Ich sehe mit Besorgnis, was derzeit passiert", meint Jürgen Gerber, Geschäftsführer beim Kölner US-Fonds-Marktführer Jamestown. "Wir mussten über Amerika mehr negative Schlagzeilen lesen, als uns lieb war." Nach einer sechsjährigen Pause legte Jamestown erstmals wieder einen US-Fonds für private Kapitalanleger auf und sammelte rund 200 Mio. Dollar damit ein. Kein schlechtes Ergebnis, aber es entsprach nicht den Erwartungen, denn allein die Jamestown-Investoren früherer Fonds hatten viel mehr Kapital zur Verfügung.

Bei anderen Fondsinitiatoren geht es bereits ans Eingemachte. Lloyd Fonds hat mit dem US-Unternehmen AMA Capital Partners einen Private-Equity-Investor ins Boot geholt, um die Vereinbarung zur Enthaftung gegenüber den Banken zu erfüllen. "Aus gestärkter Position werden wir verlorene Marktanteile zurückgewinnen und die anstehende Konsolidierung des KG-Marktes aktiv mitgestalten", kommentiert Vorstandsvorsitzender Torsten Teichert.


 

© 2011 ftd.de, © Illustration: Pressefoto

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