Der Handel mit offenen Immobilienfonds kommt nicht zur Ruhe. Die Geldnöte weiten sich aus. Fast 30 Prozent des Branchenvermögens sind mittlerweile eingefroren. Auch Dachfonds sind betroffen.

Die Branche der offenen Immobilienfonds kommt nicht zu Ruhe. Mit der
UBS Real Estate gab am Donnerstag eine weitere Investmentgesellschaft bekannt, einen Fonds für zwölf Monate zu schließen. Dabei handelt es sich um den rund 400 Mio. Euro schweren
UBS 3 Sector Real Estate Europa, der früher unter dem Namen
UBS 3 Kontinente Immobilien firmierte. Es ist bereits die zweite Schließung, nachdem das Produkt schon im Oktober 2008 für zwölf Monate dicht gemacht wurde.
Damit erhöht sich die Zahl der eingefrorenen Immobilienfonds auf zwölf, soviel wie auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im Oktober 2008. Neun der Produkte richten sich an Privatanleger, drei ausschließlich an institutionelle Investoren. Insgesamt sind derzeit rund 25,5 Mrd. Euro dem Zugriff der Anleger versperrt. Das entspricht knapp 30 Prozent des Branchenvermögens. Hinzu kommt noch ein gesperrter Immobiliendachfonds.
Die
UBS begründete den Schritt mit hohen Mittelabflüssen, die seit Veröffentlichung des Regulierungsentwurfs der Bundesregierung im Frühjahr aufgetreten seien. Das Papier sieht unter anderem eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren vor sowie gestaffelte Rücknahmeabschläge von bis zu zehn Prozent.
Darüber hinaus hätten die Ereignisse der Vorwoche für zusätzliche Verunsicherung bei den Anlegern gesorgt, teilte die
UBS mit. Zuerst musste die
Allianz wegen massiver Mittelabflüsse ihren Dachfonds Premium Management Immobilien-Anlagen (PMIA) schließen. Kurz darauf kündigte mit Kanam zudem erstmals ein Anbieter die Abwicklung eines offenen Immobilienfonds an.
Der
UBS 3 Sector Real Estate wurde 2003 aufgelegt und richtet sich vor allem an semiinstitutionelle Investoren wie Dachfonds. Auf sie entfallen rund 85 Prozent der Anlegergelder.
Die Schließung des Produkts zeigt somit, dass auch die Immobiliendachfonds immer größere Geldnöte bekommen. Weil inzwischen zahlreiche Zielfonds eingefroren sind, müssen die Dachfondsmanager die Anteile an den noch offenen Produkten verkaufen, um ihrerseits die eigenen Anleger auszahlen zu können.
So ist etwa die Schließung des UBS-Fonds eine direkte Folge der Liquiditätsnöte beim PMIA, der seit einer Woche keine Anteile zurücknimmt. Die
Commerzbank, die den Allianz-Dachfonds ausschließlich vertreibt, hatte ihren Kunden eine Verkaufsempfehlung für das Produkt ausgesprochen. Dadurch kam es beim PMIA innerhalb kurzer Zeit zu Mittelrückgaben von rund 500 Mio. Euro, die das Management mit dem Verkauf liquider Beteiligungen kompensieren wollte.
Da viele Dachfonds Anteile am
UBS 3 Sector besitzen, ist nicht auszuschließen, dass weitere Anbieter ihre Produkte dicht machen müssen.
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