Damit steigt die Emittentin in ein Segment des ETF-Marktes ein, das noch sehr klein ist: Von 556 ETFs, die momentan an der Frankfurter Börse gelistet sind, setzen nur zehn Produkte ausschließlich auf Unternehmensanleihen. Verschiedene Fondsgesellschaften haben jedoch angekündigt, 2010 vor allem in diesem Bereich neue Fonds auflegen zu wollen.
Der ETFLab iBoxx Euro Liquid Corporates Diversified soll den gleichnamigen Index abbilden. Die in dem Barometer enthaltenen Werte sollen in der ähnlichen Gewichtungen im Portfolio liegen. Das Anlageuniversum umfasst Anleihen von Unternehmen aus der Eurozone, Dänemark, Norwegen, Schweden, der Schweiz und Großbritannien.
Zeit der Traumrenditen vorbei
Die Restlaufzeiten der Papiere müssen zwischen eineinhalb und zehn Jahren liegen. Anleihen von Finanzunternehmen müssen von Standard & Poor's (S&P) mit der Ratingnote „A-“ oder besser bewertet sein, Anleihen aus den übrigen Sektoren mindestens mit „BBB-“. Damit ist das Depot des Fonds auf den soliden „Investment-Grade“ begrenzt. Zu diesem Zirkel zählen Unternehmen, bei denen die Ausfallwahrscheinlichkeit als gering gilt. Insgesamt darf der Index und somit der ETF höchstens 75 Unternehmensanleihen enthalten. Der Anteil eines Emittenten ist auf zwei Anleihen und 7,5 Prozent des Portfoliowertes begrenzt.
Der Markt für Unternehmensanleihen konnte im vergangenen Jahr rekordträchtige Wertsteigerungen verzeichnen. Das dem ETF zugrundeliegende Anleihebarometer kletterte um 13 Prozent. Doch unter Marktbeobachtern mehren sich die Stimmen, dass die Rallye in dem Marktsegment vorbei sein könnte. Zunehmend setzen Fondsmanager und Analysten eher auf die gezielte Auswahl einzelner, unterbewerteter Anleihen von Unternehmen guter Qualität. Anleger sollten von dem Index daher keine Traumrenditen mehr erwarten.
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