Der iShares DAX hat die schwache Bilanz der Fondsbranche 2011 zumindest ein wenig aufgefangen – und jetzt steht er auch ganz oben in der Rangliste. Derzeit ist der börsennotierte Indexfonds der größte in Deutschland gemeldete Publikumsfonds.
iShares DAX (R) (DE)
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Der iShares DAX sammelte im vergangenen Jahr gut achtm Mrd. Euro ein, während aus den übrigen Publikumsfonds fast 25 Mrd. Euro abflossen. Dank der jüngsten Aktienrally ist sein Volumen auf 12,3 Mrd. Euro angeschwollen, womit er den offenen Immobilienfonds Deka Immobilien Europa hinter sich lässt. In der Statistik des Fondsverbandes BVI per Ende 2011 stand der Deka-Fonds, der etwa 11,5 Mrd. Euro managt, noch auf Platz eins. Mit dem Hausinvest knackt nur ein weiterer hier registrierter Publikumsfonds ebenfalls die Marke von 10 Mrd. Euro.
ETFs bilden einen Index in der Regel eins zu eins ab und verlangen daher geringere Gebühren als aktive Fonds. Sie kaufen entweder die Wertpapiere eines Börsenbarometers komplett oder weitgehend. Eine Alternative ist die Abbildung der Wertentwicklung des Basiswerts über Derivate.
Die Beliebtheit des iShares DAX unterstreicht den Boom von ETFs generell. Indexprodukte sammelten 2011 erneut Geld ein und kommen auf ein Gesamtvolumen von zuletzt umgerechnet rund 11,5 Mrd. Euro. Der Großteil steckt in Aktien-ETFs. In Deutschland standen der iShares DAX sowie der DB X-Trackers DAX, der gut 4 Mrd. Euro auf sich zog, im Fokus.
Staatsfonds könnten mitmischen
Ein Grund für das Wachstum: Wenige aktive Fonds schaffen es dauerhaft, den Markt zu schlagen. Zudem nutzen Profianleger ETFs oft als Parkstation. Der iShares DAX dürfte zwar auch vor allem Mittel von Profis – keinesfalls nur als Deutschland - einsammeln, er weist aber beständige Mittelzuflüsse auf, was auf dauerhafte Investitionen schließen lässt. Woher die Mittel stammen, kann auch die iShares-Mutter Blackrock, der weltgrößte Vermögensverwalter, nicht sagen. ETFs werden über die Börse oder über Banken gehandelt. Welche Endkunden die Kauf- und Verkaufaufträge abgegeben, wird dabei meist nicht bekannt. Beim iShares DAX wird spekuliert, ob Staatsfonds auf diesem Weg und möglichst unauffällig in den deutschen Aktienmarkt einsteigen.
Der ETF muss allerdings noch einige Milliarden zulegen, um zwei Fonds, die in Europa und hierzulande ebenfalls beliebt sind, hinter sich zu lassen: Der französische Mischfonds Carmignac Patrimoine von Starmanager Edouard Carmignac steuert gut 21 Mrd. Euro, ist aber nicht beim BVI gemeldet. Und der Templeton Global Fund, der seine europäische Version hier vertreibt, kommt weltweit auf 45 Mrd. Euro. Michael Hasenstab lenkt diesen Megafonds.
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