Für die Studie wurden 160 Marktteilnehmern aus der institutionellen Vermögensverwaltung, der Finanzberatung und dem Vertrieb befragt. Demnach sieht die Mehrheit der Teilnehmer kaum noch Bedarf für neue Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs). Lediglich 20 Prozent der Teilnehmer billigen neuen Produktvarianten noch Potenzial zu.
Indexfonds bilden meist Aktien-, Anleihe- oder Rohstoffbarometer ab. Aufgrund der einfachen Struktur und dem Verzicht auf eine aktive Portfolioverwaltung fallen nur geringe Kosten an. Der ETF-Markt hat in den vergangenen Jahren erhebliche Zuwachsraten verzeichnet. So verwalteten Indexfonds in Europa per Ende 2009 dem Analysehaus Lipper zufolge ein Vermögen von rund 162,5 Mrd. Euro. Das ist ein Zuwachs von 47 Prozent gegenüber dem Vorjahr und das höchste je verzeichnete Volumen.
Nicht nur für neue Produkttypen, auch für neue Anbieter scheint kaum noch Platz zu sein. 91,4 Prozent der Befragten sehen nur geringen oder keinen Bedarf für weitere Emittenten. Sie erachten die 14 Anbieter auf dem deutschen Markt als ausreichend. „Aus der sehr dynamischen Entwicklung erwächst nun eine Diskussion über die benötigte Anzahl und Art zusätzlicher ETFs“, sagt Hans-Jürgen Dannheisig, geschäftsführender Gesellschafter von Kommalpha. Durch einen Überfluss an neuen Produkten und weiteren Anbietern steige die Gefahr, dass die Transparenz und Übersichtlichkeit des ETF-Marktes verloren gehe.
Bislang bedienen sich überwiegend professionelle Investoren der ETFs. In die Portfolios von Privatanlegern sind sie nur schleppend vorgedrungen. Aber auch hier schätzen laut Umfrage die Marktteilnehmer den Bedarf für neue Produkte gering ein. Privatanleger rangieren sogar mit 31,4 Prozent erst an dritter Stelle hinter institutionellen Anlegern und Vermögensverwaltern.
Auch wenn der Bedarf an neuen Spielern und neuen ETF-Varianten gering scheint, der bereits bestehenden Produktpalette stehen weitere Zuflüsse bevor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bad Homburger Ratingagentur Feri unter 600 Privatanlegern. Rund 71 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass Indexfonds künftig höhere Zuflüsse verzeichnen werden als aktive Fonds oder Zertifikate.
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