Man hat es ja ohnehin nicht so recht geglaubt. Als im November 2006
Barclays Global Investors (BGI) die Indexchange Investment übernahm, hieß es noch ganz klar zur Marke: „Indexchange bleibt.“ Jetzt heißt es ebenso klar: „Aus Indexchange wird iShares.“ Am 15. Oktober werden alle Indexchange ETFs neu benannt. Sie tragen den Namen iShares, der Marke, unter der BGI seine Indexfonds weltweit vertreibt. Hinzu kommt wie üblich ein Hinweis auf den zu Grunde liegenden Index, aber das ist noch nicht alles. Am Ende wird noch ein (DE) angehängt, so dass der Anleger weiß, das der Fonds aus der deutschen BGI-Küche stammt. Aus dem DAX EX zum Beispiel wird dann iShares DAX (DE).
Dahinter steckt etwas, was iShares nicht an die große Glocke hängt, was aber im Gespräch mit Kunden gern hervorgehoben wird: Dividendenoptimierung. Auf gut Deutsch könnte man auch sagen: Steueroptimierung. Denn die deutschen Fonds werden etwas anders gemanagt, als die iShares-Produkte, die aus Dublin kommen. „Dort setzt man sehr stark auf die Schaffung von Erträgen durch die Wertpapierleihe“, erläutet Götz Kirchhoff, Vorstandssprecher der Indexchange, und in gleicher Funktion künftig bei
Barclays Global Investors (Deutschland) AG tätig. „In Deutschland setzten wir stärker wegen der anderen steuerlichen Rahmenbedingungen auf Dividendenoptimierung.“ Deshalb macht es nach Kirchhoff Sinn, zwei sich überlappende Produktlinien zu verfolgen.
Die Dividendenoptimierung erinnert im Prinzip an das Dividendenstripping, das viele Großanleger in den neunziger Jahren praktizierten und das damals zu umfangreichen Untersuchungen der Steuerbehörden führte. Heute ist es anerkannt und gehört zum Handwerk. Dabei wird eine Aktie vor dem Dividendentermin durch ein Zertifikat ersetzt und danach wieder als Aktie zurückgekauft. Der Vorteil: Die Dividende wird weitgehend in Kursgewinne umgemünzt. Und die sind ja bekanntlich nach geltendem Recht nach zwölf Monaten steuerfrei zu vereinnahmen. Weniger Ausschüttungen und mehr Kursgewinne – davon profitiert zurzeit auch noch der private Anleger. Wer wissen will, wie genau das Management der 132 iShares-Produkte stattfindet, kann das leider aus den Prospekten nicht ersehen. „Wir wollen möglichst freie Hand behalten“, begründet Kirchhoff.
Im Hinblick auf die Abgeltungssteuer werden die Karten neu gemischt. Dann sind für Privatanleger Produkte vorteilhaft, die das Indextracking weitgehend mit Swaps gestalten. Siehe dazu den Artikel
„Indexfonds mit Steuervorteil“. Auch BGI (Deutschland), die ja bereits viele Swap-Fonds im Stoxx-Bereich hat, wird dazu neue Produkte auf den Markt bringen.
Jetzt wartet iSares erst einmal mit drei neuen traditionellen Produkten an der
Deutschen Börse auf. Das erste bezieht sich auf den S&P Listed Private Equity-Index mit den 25 größten Private-Equity-Firmen der Welt (WKN: A0MSAF). Das zweite bildet den S&P Gobal Water mit den 50 größten börsennotierten Wasserunternehmen weltweit nach (WKN: A0MSAG). Das dritte fasst erstmals das BRIC-Thema zusammen. Der iShares FTSE Bric 50 investiert in 50 Unternehmen aus den Wachstumsregionen Brasilien, Russland, Indien und China (WKN: A0MSAE).
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