Der Markt für Exchange Traded Funds, kurz ETFs, boomt. Allein im vergangenen Jahr erhöhte sich die Zahl der an der
Deutschen Börse gelisteten Titel von 77 auf 171. Der Umsatz erhöhte sich um 45 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro, das verwaltete Vermögen stieg um 77 Prozent auf 47,6 Milliarden Euro. Doch davon bekam die
Deutsche Bank, Deutschlands größtes Geldhaus, nur wenig mit.
Denn sie hatte bisher nur zwei ETFs am Markt, einen auf den DAX und einen auf den Euro Stoxx 50. Und dann lagen die beiden im Umsatz noch weit hinter den Konkurrenzprodukten, obwohl die
Deutsche Bank mit ihrer Einführung 2005 für Furore sorgte. Denn damals mischte sie den Markt mit um 70 Prozent niedrigeren Managementgebühren auf und zwang die anderen Anbieter nachzuziehen. Allgemein war damals erwartet worden, dass der blaue Riese kräftig expandieren werde und nicht nur bei herkömmlichen aktiv gemanagten Fonds sowie bei Zertifikaten in der ersten Liga mitspielen werde, sondern auch bei Indexfonds. Doch es kam nichts.
Nun hat sich das Geldhaus offenbar neu organisiert und dreht auf. Acht neue Fonds sind bereits notiert, weitere sollen folgen. Bis zum Jahresende soll eine europaweite Plattform mit 50 Produkten entstehen. Vorgesehen ist, verschiedene Anlageklasse wie Aktien, Renten und Rohstoffe abzudecken. Die Anzahl der Länderindizes soll deutlich aufgestockt werden. Schließlich sind auch Strategieindizes, zum Beispiel ein gehebelter DAX, geplant.
Die neuen ETFs umfassen unter den Namen „db x-trackers“ weitere Varianten für den DAX und den EuroStoxx 50. Diesmal wird das Indextracking aber mit Hilfe von Derivaten vorgenommen. Daraus ergibt sich im Falle eines Performance-Index wie den DAX, in den bekanntlich die Dividenden einberechnet werden, zurzeit noch ein steuerlicher Vorteil. Die thesaurierten Ausschüttungen kann der Anleger nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei genießen. Ebenfalls auf Performance-Indizes beziehen die ETFs auf den MSCI
Total Return USA, Japan, Europa und World. Die Produkte auf den Euro Stoxx 50, den Schweizer SMI und den italienischen MIB haben Preisindizes zur Grundlage. Die Dividenden werden ausgeschüttet und müssen nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert werden.
Bei den Gebühren fällt die
Deutsche Bank diesmal – anders als Anfang 2005 – nicht aus dem Rahmen. Hier alle neuen ETFs im Überblick: