Wer acht Jahre nach dem Start von Indexfonds in Deutschland und inzwischen 330 Produkten, die an der
Deutschen Börse gehandelt werden, in den Markt eintritt, sollte sich schon etwas einfallen lassen. Wenn wirkliche Produktinnovation fehlen, muss erst einmal das Marketing ran. Die Rolle fällt Fußballstar Michael Ballack zu. Der Ballkünstler wirbt für ComStage, der neuen ETF-Marke der
Commerzbank. Das im Fussball bekannte „Elf Freund sollt ihr sein“, wurde zum sinnigen „Finanztipp“ umfunktioniert: „ETF Freunde sollt ihr sein“, verkündet Ballack mit festen Blick auf den über ihm schwebenden Ball. Klar ist damit, dass die
Commerzbank auf den Privatanleger zielt, vielleicht sogar auf die breite Masse, die sich für Fußball und ETFs begeistern lässt.
Der zweite Punkt ist, dass kostengünstige Produkte noch kostengünstiger werden. Deshalb liegen die neuen ComStage-Produkte durchweg bei der Managementgebühr etwas niedriger als Konkurrenzprodukte. Zum Beispiel kostet der DAX 0,12 Prozent pro Jahr, während sonst 0,15 Prozent üblich sind. Damit verbunden ist dann noch eine massive Aktion mit Direktbanken. Über Comdirect, Cortal Consors,
DAB Bank, Flatex, SBroker und die österreichische direktanlage.at können Anleger bis zum Jahresende ohne Odergebühren handeln.
Die Konkurrenz gibt sich betont gelassen. Bisher hat keiner geäußert, dass sie an den Gebühren drehen werden. Abwarten heißt die Devise. „Die schneiden sich doch ins eigene Fleisch“, ist zu hören. Ob die Kunden, vor allem die institutionellen, massiv auf drei Basispunkte Preisunterschied reagieren werden, wird allenthalben bezweifelt.
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