Vor drei Jahren war die Begeisterung der Anleger über Rohstoffinvestment groß. Rohstoffe wurde als eigene Assetklasse propagiert, eine Fülle von Zertifikaten und einige Fonds kamen auf den Markt. Inzwischen ist eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Viele private Investoren haben schmerzlich erkannt, dass sie über solche Instrumente in Futures-Märkte investieren, die bekanntlich ihre ganz eigenen Gesetze haben. Da Futures nur begrenzt laufen, müssen die alten immer wieder verkauft und neue gekauft, also gerollt werden, wie es in der Fachsprache heißt. Dabei können je nach Marktlage Rollgewinne oder Rollverluste entstehen, die viele nicht auf ihrer Rechnung hatten. Diese können bis zu 20 Prozent pro Jahr ausmachen. Außerdem sollte man genau darauf achten, wie die einzelnen Indizes die einzelnen Rohstoffe gewichten. Da gibt es erhebliche Unterschiede.
Anleger in Exchange Traded Funds haben nun in Deutschland mit dem Dow Jones-AIG Commodity Swap EX (WKN A0H072) eine neue Alternative. Der zugrundeliegende Index, der DJ-AIGCI, bildet 19 verschiedene Rohstoffe ab, die in sieben verschieden Sektoren zusammengefasst sind. Kennzeichen des Index sind Obergrenzen für einzelne Rohstoffe und Sektoren. So darf ein Sektor nicht mit mehr als 33 Prozent gewichtet werden. Für einzelne Rohstoffe beträgt die Grenze 15 Prozent. Die Auswahl erfolgt nach Handels- und Produktionsvolumen.
Damit ist der AIG-CI breiter diversifiziert als der bekannte S & P GSCI-Index. Dieser enthält 20 Rohstoffe, stellt aber allein auf das Produktionsvolumen ab. Während der Sektor Energie im GSCI bis zu 70 Prozent beträgt, kommt er im AIG-Index nur mit 33 Prozent zum Tragen. Der dritte Index, auf den es ETFs gibt, ist der Rogers Commodity Index (RICI), der vom dem bekannten Investment-Guru Jim Rogers gemanagt wird. Er ist noch breiter diversifiziert und enthält 35 Rohstoffe. Der vierte Index, der Reuters/Jefferies CRB Index, repräsentiert 20 Rohstoffe. Der Energieanteil beträgt etwa ein Drittel.
Damit gibt es nun zehn Rohstoff-ETFs an der
Deutschen Börse. Neben den vier breiten Gesamtindizes werden Fonds auf Subindizes angeboten. So gibt es EasyETFs von
Axa Investment Managers mit reduziertem oder ohne Energieanteil sowie auf Agraprodukte. Der Market Access RICI von ABN Amro ist als Variante auf Agrarohstoffe und Metalle zu kaufen. Der Reuters/Jefferies CRB Index wird von Lyxor mit und ohne Energie angeboten.
In der Rückrechnung sind die Rohstoffpreise langfristig negativ zu Aktien und leicht negativ zu Anleihen korreliert. „Sie leisten deswegen einen guten Beitrag zur Portfoliodiversifizierung“ erläutert Indexchange-Vorstand Andreas Fehrenbach.
Der neue DJ AIGCI-ETF bezieht sich auf die Total-Return-Variante des Index, das heißt, Zinserträge, die bei solch futurebasierten Investment anfallen, werden einberechnet und kommen den Anleger zugute. Das trifft auch auf die anderen ETFs zu. Die jährliche Managementgebühr von 0,45 Prozent für das Indexchange-Produkt entspricht der der Easy-ETFs. Preiswerter ist Lyxor für die CRB-ETFs mit 0,35 Prozent. Die Rici-Fonds sind teurer. Dort fällen noch Lizenzgebühren für Jim Rogers an, so dass die Gebühr insgesamt 0,85 Prozent pro Jahr ausmacht.
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