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Exchange Traded Funds Indexfonds mit Steuervorteil

[12:29, 21.09.07]


Die Abgeltungssteuer bringt den ETFs einen frischen Schub. Neue Produkte sind in Vorbereitung. Jetzt will sogar die DEKA, Fondsgesellschaft der Sparkassen, massiv in den Markt einsteigen.


Im Prinzip sollte der Gesetzgeber verschiedene Kapitalanlagen gleich behandeln. Doch zwischen Zertifikaten und börsengehandelten Indexfonds macht er bisher einen feinen Unterschied. Wer ein Indexzertifikat auf den Performanceindex DAX kauft, kommt nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei in den Genuss einberechneter Dividenden. Bei einem ETF dagegen werden die thesaurierten Dividenden jedes Jahr nach dem Halbeinkünfteverfahren besteuert.

Die Indexfondsanbieter benötigten ein paar Jahre, bis ihnen die Lösung für diesen steuerlichen Nachteil einfiel. Das Indextracking wird zunehmend nicht mit echten Aktien im Bestand, sondern mit Hilfe von Aktienswaps, also Derivaten gemacht. Aus den einberechneten Ausschüttungen werden so Gewinne aus Termingeschäften. Vorteil: Diese Fonds sind mit Zertifikaten gleichgestellt. Dividenden in einem Performanceindex können ebenfalls nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei vereinnahmt werden.

Genau diese Konstruktion wird nun zum Superprodukt im Hinblick auf die Abgeltungssteuer – und zum Modell für viele neue Angebote. Denn mit den neuen Regelungen werden die Karten neu gemischt. Fonds sind jetzt generell gegenüber Zertifikaten im Vorteil, sofern Anleger in den Genuss der Altfallregelung kommen. Wer demnach Fonds vor 2009 kauft und liegen lässt, kann weiterhin nach einem Jahr die Kursgewinne steuerfrei kassieren. Bei Zertifikaten, die jetzt erworben werden, ist das nur bis Mitte 2009 möglich. Die Devise für steuersensible Anleger ist klar: Altbestände sollten möglichst in Fonds angelegt werden. Dividenden aus inländischen Fonds sind jedoch weiterhin jedes Jahr mit der Abgeltungssteuer belegt – es sei denn, sie werden in Gewinne aus Termingeschäften umgewandelt wie bei den Indexfonds mit Derivaten.

Kein Wunder, dass die Branche fleißig an neuen Produkten werkelt, die diesen Vorteil bieten. Wer also einen Indexfonds auf einen Performanceindex kauft, der diesen mit Swaps nachbildet, kann nach 2009 und einem Jahr Haltefrist später Kursgewinne und Dividenden steuerfrei realisieren. Vor diesem Hintergrund erscheint die Entscheidung der Deka künftig nicht nur aktiv gemanagte Fonds, sondern auch passive Indexfonds anzubieten, nur verständlich. Sie eröffnet sich eine Fülle neuer Produkte für steuersensible Anleger. Zwar wird in der Pressemitteilung betont, dass man sich zunächst an die institutionellen Anleger wendet. Aber Privatanleger werden diese ETFs natürlich genau so kaufen können.

Für steuersensible Anleger lohnt es sich also bei ETFs genau darauf zu achten, wie Ausschüttungen behandelt und das Indextracking gestaltet werden. Nur darauf, dass dieser Vorteil für immer und ewig genutzt werden kann, sollten sie sich nicht verlassen. Die Branche befürchtet schon bald Reparaturgesetze zur Abgeltungssteuer. Und dabei ist bekanntlich alles möglich.

© 2007 boerse-online.de

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