Dachfondsmanager haben im ersten Quartal verstärkt in börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) investiert. Von der höheren Nachfrage profitieren vor allem Blackrock und die
Commerzbank.

Ende März 2010 betrug der durchschnittliche
Anteil von ETFs am
Portfolio eines Dachfonds 7,6 Prozent,
wie eine Analyse von 748
Dachfonds mit deutscher Vertriebszulassung
durch das Analysehaus
FWW zeigt. Ende Dezember
hatte die Quote gemessen am investierten
Vermögen im Schnitt 6,6 Prozent
betragen. „Die Zahlen
schwankten in den vergangenen
Jahren zwischen fünf und sieben
Prozent“, sagte Thomas Polach, Leiter
der Fondsanalyse von FWW. „Daher
lässt sich aus dem jüngsten Anstieg
noch kein Trend hin zu künftig
höheren ETF-Quoten ableiten.“
Von der zuletzt stärkeren Nachfrage
der Dachfonds nach ETFs
profitierten vor allem Blackrock
und die
Commerzbank. Von beiden
Gesellschaften waren zum einen
mehr Produkte in den untersuchten
Portfolios vertreten als Ende
2009. Zum anderen war in die
genutzten Produkte mehr Geld investiert.
Dabei stach die
Commerzbank
mit 126 Prozent Zuwachs
beim verwalteten Vermögen heraus.
ETFs der
Deutschen Bank
waren zwar weniger verbreitet als
zuvor, allerdings stieg das Investitionsvolumen
leicht an. Produkte
der Société-Générale-Tochter Lyxor
waren in Dachfonds weniger vertreten
und verzeichneten so geringere
Zuflüsse als Ende 2009.
Die stärkere Nutzung von Indexfonds
betraf vor allem Rentenprodukte.
Zum Stichtag der Erhebung
hatten die Fondsmanager rund
1,8 Mrd. Euro in Renten-ETFs investiert.
Das waren rund 22 Prozent
mehr als Ende 2009. Bei Aktien-
ETFs betrug der Zuwachs rund acht
Prozent. „Das zeigt, dass die Risikoaversion
der Fondsmanager im
ersten Quartal deutlich zugenommen
hat“, sagte Polach. Dazu passt,
dass in Hebel-Produkten sowie
Rohstofffonds weniger Geld investiert
war – wobei ETFs auf diese Anlageklassen
bislang generell wenig
genutzte Nischenprodukte sind.
Am häufigsten vertreten war in
den Dachfonds zuletzt der iShares
DAX (DE), den 62 Depotmanager
hielten. Es folgte der iShares Euro
Stoxx 50 (DE), der in 60 Dachfonds
vorkam. Dieser ETF verfügte mit
380 Mio. Euro zudem über das
höchste Investitionsvolumen, der
iShares DAX landete mit 255 Mio.
Euro auf Platz zwei. Insgesamt hat
sich die Reihenfolge in der ETFRangliste
kaum verschoben. „Indizes
auf die liquidesten Märkte, für
die es viele Derivate zum Absichern
oder Hebeln gibt und die als Vergleichsbarometer
vieler Vermögensverwalter
dienen, bleiben am beliebtesten“,
sagte Polach.
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