Bislang gibt es in China nur ETFs, die sich auf einheimische Indizes beziehen. In wenigen Wochen könnte das Angebot deutlich größer ausfallen. Chinesische Fondsgesellschaften warten bereits auf neue Investitionsgelegenheiten.
Der Finanzaufsicht China Securities Regulatory Commission (CSRC) zufolge könnte es in China bald ETFs geben, die die Wertentwicklungen ausländischer Finanzmarktindizes nachvollziehen. Seit Anfang Februar bearbeite die CSRC den Antrag für einen entsprechenden Fonds der Gesellschaft E Fund Management, teilte die Behörde am späten Montag auf ihrer Internetseite mit.
Der erste ETF auf einen ausländischen Index von E Fund Management soll die Wertentwicklung des Hang Seng China Enterprises Index nachvollziehen. Dieser umfasst chinesische Unternehmen, die an der Hongkonger Börse gelistet sind. E Fund Management will den ETF in Shanghai an die Börse bringen.
ETF-Vermögen ist noch überschaubar
Bislang gibt es in China nur ETFs, die sich auf einheimische Indizes beziehen. Doch das Land will das Angebot seit langem auf internationale Basiswerte ausweiten. Dies soll - neben anderen Deregulierungsmaßnahmen - dazu beitragen, dass Investoren die massiven chinesischen Währungsreserven verstärkt international anlegen. Gemessen am verwalteten Vermögen ist China der drittgrößte ETF-Markt in der Region Asien-Pazifik hinter Japan und Hongkong, wie Zahlen der
Deutschen Bank zeigen. Im Vergleich zum ETF-Vermögen von 270 Milliarden in Europa und 939 Milliarden Dollar in den USA Ende 2011 sind die zwölf Milliarden Chinas jedoch ein Bruchteil.
Einige der größten chinesischen Fondsgesellschaften haben bereits Pläne für ETFs auf ausländische Indizes in den Schubladen, darunter Bosera Asset Management, Harvest Fund Management und China Asset Management. Geplant sind unter anderem Fonds auf die US-Leitindizes S&P 500 und Dow Jones sowie den britischen FTSE 100 und den japanischen Topix Core 30.
Startschuss könnte im Februar fallen
Der erste ETF auf einen ausländischen Index von E Fund Management könnte noch im Februar auf den chinesischen Markt kommen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person zu Reuters. Damit wäre das Zulassungsverfahren ungewöhnlich schnell - üblicherweise zieht es sich über mehrere Monate hin.
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