Es waren keine falschen Versprechnungen, die Portfoliotheoretiker in der Private-Equity-Boomphase einst aufgestellt hatten: Eine Investition in börsennotierte Private-Equity-Gesellschaften über deren Aktien weist langfristig ein ähnliches Chance-Risiko-Profil auf wie die Beteiligungsfonds selbst. Denn so dramatisch der Absturz der Kurse der Fonds für schuldenfinanzierte Übernahmen auf dem Zweitmarkt war, so steil stürzten auch die Kurse der börsennotierten "Heuschrecken" ab: Zwischen Juli 2007 und Februar 2009 verlor der S&P Listed Private Equity Index - der Streuung über die 30 größten börsennotierten Beteiligungsfirmen der Welt zum Trotz - 81 Prozent an Wert.
Gemessen daran fällt auch die Verdopplung seit Februar bescheiden aus, denn der auch über einen in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Indexfonds verbriefte Index notiert noch immer 60 Prozent unter dem alten Höchststand. Selbst unter den Trendprodukten im Markt für Indexfonds war der Absturz der Private-Equity-ETFs beispiellos, denn die längerfristige Bilanz der drei Wettbewerber fällt trotz der jüngsten Erholung ähnlich katastrophal aus.
Wagemutige Spekulanten finden an solchen Abstürzen oft Gefallen. Nicht ganz zu Unrecht: Zum einen bringen die 50 größten börsennotierten Beteiligungsfirmen der Welt zusammen gerade einmal noch rund 27 Milliarden Euro Marktkapitalisierung auf die Börsenwaage, und bei prominenten Vertretern der Branche wie Blackstone oder Fortress rät kein einziger Analyst mehr zum Verkauf nach dem Kursverfall.
Zum anderen verfügen viele der größten Beteiligungsgesellschaften über ein diversifiziertes Portfolio an Dienstleistungen, verwalten Hedge-Fonds, sie beraten oder fungieren als klassische Investmentfondsmanager. In der Öffentlichkeit werden sie aber oft nur als Anbieter von Buyout-Fonds wahrgenommen, die schuldenfinanziert ganze Firmen übernehmen. Selbst in diesem klassischen Geschäft "gibt es frühe Anzeichen für wieder stärkere Aktivitäten", wie Credit-Suisse-Analyst Howard Chen jüngst über Blackstone als prominenten Vertreter börsennotierter Beteiligungsgesellschaften schrieb.
Problematisch für Anleger ist allerdings, dass inzwischen zwei der vier in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Listed-Private-Equity-Indexfonds weniger als 10 Millionen Euro verwalten. Damit gelten sie als Kandidaten für eine Schließung, sollte es im ETF-Markt zu einer Bereinigung der Produktpaletten der Anbieter kommen.
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