Die Krise einiger US-Immobilienfinanzierer zieht immer weitere Kreise. Da die Hypotheken in verbriefte und gesicherte Kredite (Asset Backed Securities, ABS) verpackt wurden, betreffen die Probleme auch deutsche Fonds. Einige Renten- und Geldmarktfonds hatten in ABS-Papiere investiert – die allerdings oft bester Bonität waren. Doch nach der Schließung von fünf ABS-Produkten wird jetzt schon von einer Krise der Geldmarktfonds geredet.
Für die Rechtsanwälte Jens Graf steht bei vielen Anlegern von Geldmarkt- und Rentenfonds die Sicherheit im Vordergrund. Damit stelle sich die Frage, ob Berater auf die Risiken der in den Fonds enthaltenen ABS-Papiere hingewiesen haben. „Sollte sich herausstellen, dass solchen Fonds zur Renditeaufbesserung riskante Konstruktionen beigemischt wurden, die (...) zu Kursverlusten führen oder die Fungibilität der Anlage negativ beeinflussen, wird im Schadensfalle zu prüfen sein, ob (...) Banken und Sparkassen ihrer Verpflichtung zur Aufklärung der Kundschaft (...) gerecht geworden sind“, heißt es in einer Erklärung.
Die bislang geschlossenen ABS-Fonds von Union, WestLB,
HSBC, Frankfurt Trust und
Axa sind in der Regel Rentenfonds mit längerem Anlagehorizont. Das zeigt sich auch daran, dass die Fonds einen Ausgabeaufschlag haben, während Cashprodukte ohne Kaufgebühr gehandelt werden. Eine Schließung für einige Wochen ist daher für die Anleger ärgerlich, aber begründet unter Umständen noch keinen Schadenersatzanspruch. Anders wäre das bei Geldmarktfonds.
Neben den ABS-Rentenfonds gibt es Geldmarktfonds, die in ABS-Papiere investieren - meist mit guten Rating, so dass keine Auswirkungen zu sehen waren. Aber es gab auch Geldmarktfonds, die in den vergangenen Wochen Preisrückgänge von bis zu 0,5 Prozent hinnehmen mussten. Die Ursachen für den minimalen Verlust sind unterschiedlich. Der FT Liquima war mit einem kleineren Anteil des Vermögens auch in ABS-Papieren mit mittlerem Rating investiert. Andere Fonds wie der Gerling Money Saving Fund sind indirekt betroffen, da sie in Floating-Rate-Notes von US-Banken engagiert sind. Damit stellt sich die Frage eines möglichen Schadens. Denn diese Fonds zählten in der Vergangenheit zu den Produkten, mit denen die Anleger überdurchschnittlich verdient haben.
Unabhängig von den Preisrückgängen vom Cent-Bereich können die Anleger bei allen Geldmarktfonds täglich an ihr Kapital. Das gilt auch für den US-Geldmarktfonds der
Axa, der für Neuanlagen geschlossen ist und bei denen die Gesellschaft sicherstellt, dass Verkäufe bedient werden. Kaum vorstellbar ist in der Branche, dass Geldmarktfonds im Zuge der Subprime-Krise zu einer Falle werden - wie es bei Offenen Immobilienfonds passiert war. Damit würde das Grundprinzip als Anlage für Liquidität verletzt – anders als Offene Immobilienfonds, die als langfristige Investment verkauft werden.
Die Branchenexperten von Drescher & Cie raten Fondsanlegern zur Besonnenheit. „Die Kursverluste als Reaktion auf die Subprime-Krise ist. ABS-Fonds mit Schwerpunkt Europa sind jetzt antizyklisch eher ein Kauf als ein Verkauf.“ Kritisch bewerten die Analysten jedoch die Schließung von Fonds als eine „erlaubte, aber schlechte Maßnahme“. Es stehe den Investmentgesellschaften nicht zu, zu entscheiden, wann man verkaufen oder kaufen kann.
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