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Fonds

Allianz Global Investors Allianz-Fondstochter leidet

[16:25, 10.03.10]


Die Fondsgesellschaft  Allianz Global Investors (AGI) ringt ein Jahr nach der Fusion mit Cominvest mit Mittelabflüssen deutscher Privatanleger. Privatanleger entziehen  Allianz Global Investors Gelder. Profis retten die Absatzbilanz.


Während professionelle Kunden 2009 rund 6 Milliarden Euro bei der Allianz-Fondstochter anlegten, flossen aus Publikumsfonds netto 1,8 Milliarden Euro ab. "Den positiven Ergebnissen im institutionellen Geschäft standen weniger erfreuliche Ergebnisse bei Publikumsfonds gegenüber", gestand AGI-Chef James Dilworth ein.

Die Bilanz der Publikumsfonds wäre zudem noch schlechter ausgefallen, hätten nicht auch Profianleger Mittel in Milliardenhöhe in diese eigentlich für Privatanleger vorgesehene Fondskategorie investiert. Dies zeigt ein Blick auf eine Tochter der AGI-Gruppe: Alleine die Gesellschaft Pimco Europe sammelte 2009 fast 5,9 Milliarden Euro in Publikumsfonds ein. Das seien indes "überwiegend institutionelle Gelder" gewesen, sagte Thomas Wiesemann, Co-Chef der Gesellschaft. Andere AGI-Untergesellschaften erlitten hingegen teils hohe Abflüsse. Wie bei der Konkurrenz floss am meisten aus Geldmarktfonds ab.

Die Zahlen verdeutlichen, dass AGI erneut vor allem bei Profis punktete - wobei hier laut Dilworth große Teile der Zuflüsse von der Mutter  Allianz kamen. Insgesamt verwaltete AGI in Deutschland zuletzt rund 328 Milliarden Euro. Etwa 75 Prozent davon entfallen auf das Geschäft mir professionellen Kunden.

Der schwache Absatz von Publikumsfonds stellt auch den Erfolg der Cominvest-Übernahme infrage. Die Übernahme der früheren Commerzbank-Tochter durch AGI Anfang 2009 war Folge des Verkaufs der Dresdner Bank an die Commerzbank: Mit der Fondsgesellschaft beglich die  Commerzbank einen Teil des Kaufpreises an die Dresdner-Mutter  Allianz. Durch dieses Geschäft fehlt AGI aber der Vertriebskanal Dresdner Bank; stattdessen gibt es eine strategische Partnerschaft mit der  Commerzbank. Wie viel Geld über die  Commerzbank in AGI-Fonds gewandert ist, wollte Dilworth nicht sagen. "2009 war sicher ein Kennenlernjahr", sagte er.

Im Zuge der Fusion hat die Gesellschaft bereits 118 von zuvor rund 550 Fonds verschmolzen oder geschlossen. Davon ist weitgehend die Cominvest-Produktpalette betroffen: In 96 der 118 Fälle wurden Cominvest-Fonds eingedampft - 37 davon wurden durch externe Manager verwaltet.

Die bisherigen Fondsfusionen liefen immer nach folgendem Muster ab: AGI-Fonds wurden auf AGI-Fonds verschmolzen, Cominvest-Fonds auf Cominvest-Fonds. Ändern soll sich das Prozedere ab Sommer, wenn die zwei Investmentfirmen wirklich zu einer Einheit werden. Dilworth will die Produktpalette mittelfristig auf 250 Fonds begrenzen.

Die AGI-Neuausrichtung hat auch personelle Konsequenzen: Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Dilworth seit Oktober 2009 alleiniger Chef der Holding  Allianz Global Investors Deutschland. Bis dahin hatte es eine Doppelspitze von Wiesemann und Horst Eich gegeben - Eich schied im Herbst aus der Geschäftsführung aus. Bei der Kapitalanlagegesellschaft wurde die Doppelspitze zwar fortgeführt, mittelfristig aber soll Dilworth hier die Rolle des alleinigen Chefs übernehmen.


 

© 2010 ftd, © Illustration: www.allianzinvestors.com, boerse-online.de

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