Fonds

Ausblick 2012 Hedge-Fonds hoffen auf das zweite Comeback

[10:40, 23.12.11]

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Einmal mehr haben sich Hedge-Fonds nicht abkoppeln können von der tristen Entwicklung an den Börsen. Im kommenden Jahr muss die Branche zeigen, ob es ihr gelingt, wieder erfolgreicher zu agieren. Helfen kann dabei ausgerechnet der Zwang zu schärferer Aufsicht.


John Paulson

 John Paulson

Er hat Milliarden verdient, als andere alles verloren. Er wurde zum Anlageguru, zum Megastar der Kreditkrise. Alles schien ihm zu gelingen. Doch dann lag er daneben, einmal, zweimal. Ein Minus von 46 Prozent erlitt sein Fonds Advantage Plus in diesem Jahr. Die Kunden begannen zu zweifeln, und schließlich wollten auch noch die Demonstranten von Occupy Wall Street vor seine Haustür ziehen.

Hedge-Fonds-Manager John Paulson steht stellvertretend für seine Branche. Nicht nur seine Wetten schlugen fehl, auch viele Rivalen patzten. "Es gab etliche Einschätzungen, bei denen Hedge-Fonds zuletzt falsch lagen", sagt der Londoner Branchenbeobachter Jacob Schmidt. "Die Fonds wurden vom Aktieneinbruch im Sommer überrascht und von den Schwankungen des Schweizer Franken. Sie waren bei Bankaktien nicht vorsichtig genug, und sie haben zu lange auf steigende Rohstoffpreise gesetzt."

Die Folge: Hedge-Fonds konnten ihre Kunden 2011 kaum vor Einbußen bewahren. Von Januar bis Ende November verlor die Branche im Schnitt 4,4 Prozent an Wert, ermittelte der Datendienstleister Hedge Fund Research (HFR). Aktien-Hedge-Fonds büßten sogar 7,1 Prozent ein. Der US-Aktienindex  S&P 500 sank in diesem Zeitraum nur um ein Prozent. Er wird oft als Maßstab verwendet, weil der Großteil der Fonds in Aktien investiert und von den USA aus operiert.

Viele Hedge-Fonds konnten sich also wenig oder gar nicht von den Börsen lösen. Dabei streben sie marktunabhängige Renditen an und wollen Verluste möglichst meiden, etwa durch Wetten auf fallende Kurse.

Deshalb steht die Branche jetzt am Scheideweg: Holt sie ihre Verluste wieder auf, dürften sich die Anleger an Schwächephasen gewöhnen und ihr treu bleiben. Hält die Durststrecke aber an, werden Hedge-Fonds ihren Nimbus als cleverste und schnellste Anleger wohl endgültig verlieren.

Für das Positiv-Szenario spricht, dass Hedge-Fonds sich schon einmal zurückgekämpft haben. Im Krisenjahr 2008 verloren sie durchschnittlich fast 20 Prozent. Investoren zogen damals hohe Summen ab; einige Fonds mussten ihre Mittel sogar einfrieren.


 

© 2011 ftd.de, © Illustration: reuters

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