Das belegt eine Studie der Fondsgesellschaft Fidelity in Zusammenarbeit mit dem Analysehaus Morningstar. Demnach kamen Ende 2009 Dachfonds mit einer sogenannten offenen Architektur auf einen Anteil von 63 Prozent am Gesamtvermögen der Produktgruppe, rund ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.
„Der Trend zur offenen Architektur setzt sich schon seit Jahren fort“, sagt Andreas Schmid, Leiter Vertrieb Privatbanken und Vermögensverwalter bei Fidelity International. So belief sich der Anteil offener Dachfonds am Gesamtvermögen im Jahr 2004 lediglich auf 27,5 Prozent. Er ist seither kontinuierlich gestiegen. „Für den Anleger ist das ein echter Vorteil. Er hat damit die Möglichkeit, in die besten Fonds jeder Kategorie investiert zu sein“, urteilt Schmid.
Viele Fondsgesellschaften haben sich lange Zeit gegen eine offene Anlagepolitik gesträubt. Ihre Befürchtung war, dass die Aufnahme von Konkurrenzprodukten ins Depot als Eingeständnis einer schwachen Performance der eigenen Produkte gewertet werden könnte. Die Studie zeigt aber, dass Anleger eine größere Unabhängigkeit der Fondsmanager schätzen. So stieg 2009 das verwaltete Vermögen offener Dachfonds um 17 Prozent. Dagegen verzeichneten Dachfonds, die überwiegend in Produkte aus dem eigenen Haus investieren, lediglich einen Zuwachs von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Inwieweit die Differenz auf unterschiedlich hohen Zuflüssen oder Renditen beruht, geht aus den Zahlen allerdings nicht hervor.
Insgesamt stieg das verwaltete Vermögen der Dachfonds im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 52,6 Mrd. Euro. Es erreichte damit wieder das Niveau von Ende 2007. Während der Finanzkrise hatten auch Dachfonds herbe Wertverluste erlitten und Anleger viele Mittel abgezogen. Ende 2008 war das verwaltete Vermögen auf 44,9 Mrd. Euro gefallen. Besonders Immobiliendachfonds leiden nach wie vor unter den Folgen der Finanzmarktturbulenzen. Das von ihnen betreute Vermögen steckt teilweise noch in Immobilienfonds fest, die wegen hoher Mittelabflüsse geschlossen wurden.
Größter Anbieter von Dachfonds in Deutschland ist der Fidelity-Studie zufolge mit einem Marktanteil von rund 29 Prozent die Sparkassen-Tochter Deka. DWS und Union Investment folgen weit abgeschlagen mit zehn und acht Prozent. Deka-Dachfonds investieren allerdings fast ausschließlich in Produkte aus dem eigenen Haus. Größter Emittent von Zielfonds ist daher ebenfalls die Deka, gefolgt vom britischen Investmenthaus Blackrock, zu dem auch der Indexfondsanbieter iShares gehört. Einen Sprung von Platz sechs auf Platz vier gegenüber 2008 machte DB X-Trackers, die Indexfondssparte der
Deutschen Bank.

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