Deutschlands Privatanleger verlassen sich beim Management ihres Depots immer stärker auf professionelle Portfoliomanager. Mischfonds-Produkte sammeln im ersten Halbjahr neun Mrd. Euro ein.

Insbesondere die Entscheidung, wann sie verstärkt in Aktien investieren sollten und wann eher Anleihen angesagt sind, geben sie gern aus der Hand. Diesen Schluss lässt die am Freitag veröffentlichte Halbjahresstatistik des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI) zu. Demnach sammelten Mischfonds seit Jahresbeginn 9 Mrd. Euro ein – deutlich mehr als jede andere Fondsgattung.
Manager von Mischfonds genießen häufig große Freiheiten, welchen Anteil des verwalteten Vermögens sie in Aktien, Anleihen oder andere Anlageklassen stecken. Die Kategorie gehört zu den heimlichen Gewinnern der Finanzkrise. Ende Juni dieses Jahres steckten fast 110 Mrd. Euro in den gemischten Portfolios – mehr als doppelt so viel wie vor drei Jahren, als am Aktienmarkt noch beste Stimmung herrschte. Kein anderes Segment der Publikumsfonds verzeichnete ähnlich hohe Zuwächse, auch nicht Produkte mit Kapitalgarantie.
Gemessen am absoluten Vermögen steckt das meiste Geld nach wie vor in Aktienfonds. Statt wie vor drei Jahren noch 243 Mrd. Euro verwalten diese Fonds allerdings nur noch 201 Mrd. Euro – ein Minus von 17 Prozent. Die in Rentenfonds investierte Summe schrumpfte im gleichen Zeitraum um drei Prozent auf 154,5 Mrd. Euro.
Die BVI-Statistik zu Aktienfonds wird auf kurze Sicht durch die enorm volatilen Absatzzahlen der börsengehandelten Indexfonds (ETFs) verzerrt. Allein im Juni zogen Anleger 4,7 Mrd. Euro aus Aktienfonds ab, was aber größtenteils auf Abflüsse bei zwei ETF-Anbietern zurückzuführen ist. Unter dem Strich bleibt der Fondsgattung seit Jahresbeginn deshalb nur ein kleines Absatzplus von 0,4 Mrd. Euro.

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