Fonds

Fondsrating Technologieaktien Retter in der Krise

[07:00, 03.03.10]


Anleger, die sich ausschließlich auf die Technologiebörse Nasdaq konzentrierten, kamen fast verlustfrei durch die Krise. Doch auch die Währungsschwankungen spielen wieder eine Rolle.


Eines gleich vorweg: Für Anleger, die ihren Alltag in Euro bestreiten, hat sich der Kauf von US-Aktien in den vergangenen drei Jahren nicht gelohnt. Im Gegenteil: Gemessen am marktbreiten Index MSCI USA, der die Kursentwicklung im Land mit dem größten Aktienangebot der Welt nachzeichnet, stehen für Euro-Anleger über acht Prozent Minus jährlich zu Buche. Im Rückblick verhinderten neben Kurs- auch Währungsverluste bessere Resultate.

Immerhin zeigen die sogenannten Growth-Aktien ein erfreulicheres Bild. Anteilscheine von Unternehmen also, die mehr durch die Hoffnung auf schnelles Wachstum von sich reden machen als durch stabile Gewinne. Im Lichte etwas positiverer Konjunkturaussichten konnten Growth-Aktien im Jahr 2009 stärker zulegen als der Gesamtmarkt. So liegen die seit Februar 2007 angesammelten Verluste im MSCI USA Growth nur bei 5,6 Prozent pro Jahr.

Fast verlustfrei durch die Krise gekommen sind Anleger, die sich ausschließlich auf die Technologiebörse Nasdaq konzentrierten, ein Börsensegment, das per se von Kursfantasien lebt, die Wachstumstitel im Urteil von Investoren auslösen können. Das aktuelle Morningstar-Fondsrating, das sämtliche in Deutschland verfügbaren US-Growth-Fonds nach Dreijahresrendite und Risiko vergleicht, weist denn auch gleich drei passive Nasdaq-Fonds in der Bestenliste auf: Der iShares Nasdaq-100, der Powershares EQQQ sowie der weitaus teurere Lux-Index-Fonds bilden lediglich ab, wie die 100 größten Unternehmen der weltgrößten Technologiebörse abschneiden.

Die simple Methode funktionierte in der Krise besser als die Versuche der allermeisten aktiven Fondsmanager, durch kluge Titelauswahl den Growth-Aktienmarkt zu schlagen. Nur eine ganz kleine Gruppe von Managern brachte Aktionären einen Mehrwert gegenüber der Investition in den - richtig gewählten - Index. Jene, denen das gelang, genießen in der Branche einen hervorragenden Ruf. Der erste ist François Mouté, Manager der französischen Investmentboutique Neuflize Private Assets, die nach mehreren Übernahmen mittlerweile zu  BNP Paribas gehört. Mouté gilt als einer der besten US-Spezialisten Europas. Er steuerte den  Fortis L Opportunities USA-Fonds erfolgreich durch die Krise, weil er sein Portfolio frühzeitig gegen die Finanzkrise absicherte und zum Beispiel keine Finanzaktien hält. Dass der Fonds derzeit stark auf Wachstumswerte setzt, ist allerdings nicht Teil der Strategie, kann sich also in anderen Phasen wieder ändern.

Einen ähnlich guten Ruf wie Mouté genießt auch Seung H. Minn, der seit fast 20 Jahren im Fondsmanagement arbeitet und seit 1998 den  Allianz RCM US Equity betreut, das milliardenschwere USA-Flaggschiff von  Allianz Global Investors. Minn arbeitet - anders als Mouté - sehr stark mit quantitativen Modellen.

Die dritte herausragende Persönlichkeit hinter einem der Fonds im Rating ist Jane Henderson. Sie arbeitet bei der britischen Boutique Walter Scott & Partners, verwaltet den Threadneedle Lux-US Equities AU und wird in einschlägigen Manager-Ratings seit Jahren auf vorderen Plätzen geführt.

Für Growth-Werte war 2009 ein starkes Jahr

Die zehn besten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt US-Wachstumswerte im Vergleich


 

© 2010 boerse-online.de, © Illustration: Bloomberg, boerse-online.de

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