Fonds

Gegen hohe Volatilität Flexible Strategien für Rentenfonds

[14:22, 09.01.12]

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Rentenfonds mit klassischem Trendfolgemodell liefen zuletzt schlecht. Flexible Strategien erweisen sich in Krisenzeiten als robuster.


Politische Unsicherheiten, Kredit- und Währungsrisiken - Rentenfondsmanager sind derzeit vielen Gefahren ausgesetzt. Wer da keinen kühlen Kopf bewahrt, kann Probleme bekommen. Zu viel Nüchternheit ist allerdings auch nicht gut. Das zeigte sich zuletzt bei Rentenfonds mit quantitativer Strategie. Produkte also, bei denen ein Computer auf Basis von Markttrends die Anlageentscheidungen trifft.

Zwischen Mitte 2010 und Ende 2011 bewegten sich viele europäische Anleiheindizes unterm Strich seitwärts. Mit Verschärfung der Euro-Krise nahmen die Schwankungen an den Märkten zu. "Die Märkte waren volatil, es gab nicht immer klare Trends", sagt Christian Michel, Analyst der Ratingagentur Feri.

Die Folge: Fonds, die jede Bewegung als Trend interpretierten und ihre Positionen entsprechend anpassten, hatten je nach Länderallokation das Nachsehen. Besonders deutlich wird das bei der Betrachtung börsengehandelter Indexfonds (ETFs), den Trendfolgern überhaupt. So verzeichneten europäische Staatsanleihe-ETFs im vergangenen Jahr starke Schwankungen und mussten teils steile Talfahrten hinnehmen.

Quant-Modelle funktionierten in normalen Marktphasen, versagten aber in Extremsituationen, lautet ein Vorwurf gegen Fonds, die quantitative Strategien verfolgen. Ein Vorwurf, der sich zuletzt offenbar bestätigt hat. "Politische Entscheidungen können am Markt enorme Verwerfungen hervorrufen.

Bei klassischen Trendfolgemodellen besteht in Zeiten wie diesen durchaus das Risiko, Schiffbruch zu erleiden", sagt Thorsten Rühl, Leiter Quantitative Asset Allocation bei der Sparkassentochter Deka Investment.

Modelle, die nicht nur vermeintlichen Trends folgen, sondern auch andere Faktoren in Betracht ziehen, erweisen sich als robuster. So hat sich etwa der Mischfonds Deka Euroland Balance, der zurzeit zu zwei Dritteln in Anleihen investiert ist, zuletzt gut gehalten.

Auch bei diesem Produkt kommt zwar ein Trendfolgemodell zum Einsatz. "Wir haben aber ein paar Veränderungen vorgenommen, um typische Fallen zu umgehen", sagt Rühl. Als Signalgeber für Investitionen kommt etwa ein synthetischer Rentenindex zum Einsatz. "Dieser Index ist ein verfeinerter Indikator, der auch die Güte der Daten prüft.

Dadurch werden nur bei eindeutigen Trends Positionen aufgebaut", erklärt Rühl. Durch die Analyse, ob eine Marktbewegung ein echter Trend ist, soll das Fondsmanagement teure Neuallokationen vermeiden. "Zurzeit sagt unser Modell: Füße still halten", so Rühl. Die Zeichen wiesen zwar auf einen leichten Zinsanstieg hin, seien aber nicht deutlich genug für eine Neuausrichtung des Fonds.


 

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