Das Geschäft mit Investmentfonds war im vergangenen Jahr durch massive Verkäufe geprägt. Allein im Oktober verkauften Anleger Anteile im Gegenwert von rund 46 Milliarden Euro. Besonders einzelne Cashfonds kamen unter die Räder. Auch Renten- und Offene Immobilienfonds wurden abgestoßen. Es gab 2008 aber auch einige Absatzrenner in der Investmentbranche, wie die Auswertung der Branchenstatistik des BVI zeigt.
Wo es Schatten gibt, das gibt es auch Licht. Das gilt auch für das schwärzeste Jahr der Investmentbranche. Immerhin 14 Fonds haben im vergangenen Jahr (Januar bis Anfang Dezember) einen Nettoabsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Gefragt waren defensive Anlagen wie kurz laufende Rentenfonds, Garantieprodukte und ausgewählte Geldmarktfonds. Selbst Aktienfonds finden sich unter den Bestsellern: Der Indexfonds ETFlab DAX vom Sparkassenanbieter Deka sammelte 1,9 Milliarden Euro ein und kommt damit auf Platz fünf.
Trotz herber Enttäuschungen bei vielen Geldmarktfonds steht im Jahr 2008 an der Spitze der Absatzliste ein Geldmarktfonds – allerdings kein aktiv gemanagter, sondern ein passiver Indexfonds. Mit einem Mittelaufkommen von 3,5 Milliarden Euro war der db x-tracker EONIA Total-Return Index ETF mit Abstand das erfolgreichste Produkt der deutschen Fondsbranche. Der im April 2007 aufgelegte ETF hat mittlerweile ein verwaltetes Vermögen von fast fünf Milliarden Euro erreicht und ist damit der schwerste ETF eines deutschen Anbieters. Die Anleger schätzen an dem Fonds offensichtlich die Transparenz, die bei anderen Cashfonds nicht mehr gegeben war.
Die Nummer zwei in der Absatzstatistik des BVI ist der db Privat Mandat Comfort Garant. Der im vergangenen Jahr neu aufgelegte Wertsicherungsfonds wird von der DWS für die
Deutsche Bank verwaltet und dort exklusiv im Privatkundengeschäft verkauft – und zwar reichlich. Der Fonds erzielte vom Start weg einen Nettoabsatz von 2,5 Milliarden Euro.
Steueroptimierte Fonds trotz Rückschlägen gefragt
Auch steueroptimierte Geldmarktfonds zählten im vergangenen Jahr zu den gefragten Produkten der Investmentbranche. Daran haben auch die massiven Verkäufe im Oktober nichts geändert. Zum Teil erklärt sich der positive Jahressaldo dadurch, dass die Fonds bis zum Herbst derart viel Geld eingesammelt hatten, dass selbst die Verkaufswelle den Trend nicht mehr drehen konnte. So zählt der UniOpti4 mit einem Absatz von 1,6 Milliarden Euro zu den erfolgreichen Produkten zum Stichtag 30.11. – allerdings hatte per Ende September der Nettomittelzufluss noch bei sieben Milliarden Euro gelegen.
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