Die Verbraucher sind in diesem Jahr vorsichtiger geworden. Auf das Luxussegment ausgerichtete Konsumgüterfonds profitieren deshalb von Engagement in Schwellenländern.

Bulgari Uhr Luxus LVMH
Wer Angst hat vor einer Rezession, leistet sich offenbar selten einen neuen Eierschneider. Eine neue Uhr oder ein Diamantencollier dagegen schon eher. Jedenfalls weisen die Zeichen für die Massenkonsumgüter- und die Luxusgüterbranche derzeit in deutlich unterschiedliche Richtungen.
"Was den Massenmarkt anbelangt, sind wir für 2012 eher zurückhaltend. Die Verbraucher sind vorsichtiger geworden", sagt Eva Quiroga, Konsumgüterspezialistin bei der Schweizer Bank
UBS. Besonders schlecht sei es um die Hersteller von Haushaltsgeräten bestellt. Für Kosmetikunternehmen seien die Aussichten etwas positiver. "Der demografische Wandel kommt dem Sektor entgegen. Die Menschen wollen den Alterungsprozess aufhalten und sind auch bereit, dafür zu bezahlen."
Richtig gut sieht es hingegen bei teureren Gütern aus: "Luxusverbraucher sind von der aktuellen Krise längst nicht so stark betroffen wie Massenkonsumenten", sagt Quiroga. Für das Luxussegment erwartet die
UBS dieses Jahr ein Wachstum von sieben Prozent. Das ist zwar deutlich weniger als im vergangenen Jahr, als die Luxusgüterkonzerne rund 20 Prozent Wachstum erzielten, nicht zuletzt dank des starken Weihnachtsgeschäfts. Sieben Prozent sind aber immer noch eine ordentliche Größe. Für den Massenmarkt rechnet die Bank nur mit einem halb so großen Zuwachs.
Stark in Schwellenländern
Den Luxusgüterherstellern kommt zugute, dass sie bereits stark in den Schwellenländern engagiert sind. China gilt dabei als einer der größten Wachstumsmärkte für teure Luxuswaren. Die Unternehmen des Sektors erzielten im Reich der Mitte und mit chinesischen Touristen im Ausland mittlerweile etwa die Hälfte ihres Umsatzes, sagt Quiroga.
Entsprechend unterschiedlich sind die Aussichten für Konsumgüterfonds, ein Segment, das sowohl Produkte umfasst, die auf den Massenmarkt fokussiert sind, als auch solche, die vor allem in Papiere von Luxusgüterherstellern investieren. Schon im vergangenen Jahr taten sich hier große Unterschiede auf. Während manche Fonds mehr als zehn Prozent Plus machten, verbuchten andere Verluste bis zu 13 Prozent. Im Schnitt lagen die Fonds rund 2,5 Prozent im Minus, zeigen Zahlen der Ratingagentur Morningstar.
In den ersten Wochen des laufenden Jahres entwickelten sich die Luxusgüterfonds besonders gut. Dem Luxussegment trauen Analysten und Investoren auch auf lange Sicht ein starkes Wachstum zu. Das heißt indes nicht, dass alle Luxusgüterfonds gleichermaßen attraktiv wären. Die richtige Titelauswahl ist auch in diesem Segment entscheidend. Das zeigte das vergangene Jahr: Obwohl die Branche insgesamt gut dastand, produzierten einzelne Unternehmen Verluste, die Kurse ihrer Aktien fielen.
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