Fonds

Mischfonds Souverän geführt

[17:11, 16.06.10]

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Bei vermögensverwaltenden Mischfonds sagt der Manager, wo es lang geht. Das lockt Anleger, die den Markt nicht überblicken.


Mischfonds sind zurzeit die erklärten Lieblinge der Investoren. Sie sammelten zuletzt mehr Anlegergeld ein als Aktien- und Rentenfonds zusammen: Rund 5,4 Mrd. € floss der Fondskategorie laut Branchenverband BVI im ersten Quartal dieses Jahres zu. Aktienfonds mussten sich mit 2,3 Mrd. € begnügen, Rentenfonds mit 2 Mrd. €. „Das ist eine Folge der Unsicherheit an den Märkten“, sagt Jürgen Dumschat, Geschäftsführer des Investmentberatungshauses Aecon Fondsmarketing und Sprecher des Interessenverbunds vermögensverwaltender Investment-Fonds (IVIF).

Mischfonds gelten gleich aus mehreren Gründen als gutes Investment in schwierigen Marktlagen. Erstens investieren sie in verschiedene Anlageklassen, also in Aktien ebenso wie etwa in Anleihen oder den Geldmarkt. Dadurch ist das Risiko breiter gestreut als bei Fonds, die nur eine einzige Anlageklasse abdecken, und die Schwankungen sind üblicherweise geringer.

Zweitens nehmen die Fonds Investoren die Asset-Allocation ab, treffen also für sie die schwierige Entscheidung, auf welche Anlageklassen das Vermögen in welcher Gewichtung verteilt wird. Drittens fallen viele Mischfonds in die Kategorie der vermögensverwaltenden Fonds. Dumschat vom IVIF geht sogar davon aus, dass die Mehrzahl der Mischfonds vermögensverwaltende Ansätze verfolgt.

Was einen solchen Fonds ausmacht, ist zwar nicht allgemeingültig definiert. Üblicherweise gilt aber: Die Manager dürfen besonders flexibel agieren und gezielt die Quoten der einzelnen Anlageklassen steuern. Das macht sich im Idealfall in schwankungsreichen Märkten bezahlt.

Viele Anleger wünschen sich Sicherheit – und genau das versprechen vermögensverwaltende Mischfonds: Sie soll2en auf lange Sicht das Anlegervermögen mehren, indem sie Aufwärtsphasen an den Märkten nutzen und bei fallenden Kursen durch Umschichten Verluste vermeiden. „In der Krise haben die Anleger gemerkt, dass Buy and Hold nicht mehr funktioniert“, sagt Karsten Schnapp, geschäftsführender Gesellschafter der Finanzberatung Erdmann Financial Management. Die Gesellschaft hat eine Datenbank mit mehr als 1000 vermögensverwaltenden Fonds zusammengestellt. „Jetzt verlangen Anleger nach aktivem Risikomanagement unter Einbeziehung aller Anlageklassen.“

Die Manager vieler vermögensverwaltender Mischfonds können etwa, wenn die Aktienkurse fallen, die Aktienquote auf Null setzen und das Fondsvermögen komplett in Renten oder Geldmarktpapiere umschichten. Traditionelle Mischfonds hingegen haben in der Regel vorgeschriebene Quoten für jede Anlageklasse, die sie nicht über- oder unterschreiten dürfen.

Finanzexperte Schnapp rechnet damit, dass die Zuflüsse bei vermögensverwaltenden Mischfonds weiter anschwellen werden. „Die Nachfrage wird noch steigen“, sagt er. „Zudem bieten Anlageberater die Fonds jetzt verstärkt an, weil viele Kunden danach fragen.“ Das dürfte den Verkauf noch einmal beachtlich ankurbeln. Denn viele Mischfonds sind für Privatanleger nicht so einfach zu finden, weil sie von kleinen, hochspezialisierten Investmentboutiquen stammen statt von bekannten Fondshäusern.

Deshalb gerieten sie bislang nicht immer so rasch ins Blickfeld der Privatinvestoren. Anleger müssen allerdings darauf achten, keinen für ihre Bedürfnisse ungeeigneten Fonds zu erwischen. „Bei vermögensverwaltenden Fonds gibt es extreme Unterschiede im Managementstil“, warnt Schnapp. Das beginnt bereits damit, dass nicht alle einen Manager aus Fleisch und Blut haben. Manche vermögensverwaltende Fonds investieren auf der Basis von Trendfolgemodellen, folgen also den Kauf- und Verkaufsempfehlungen eines Computers, der Börsenkurse analysiert.


 

© 2010 ftd, © Illustration: dpa

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