Die von der Bundesregierung geplante Verschärfung der
Besteuerung von Rentenfonds könnte für den Fiskus erhebliche Einnahmeausfälle zur Folge
haben. Das berichtet das Anlegermagazin Börse Online’ in seiner neuen Ausgabe (41/2008,
erscheint am 2. Oktober).
Nach Einschätzung des Bundesverbands Investment und Asset Management
(BVI) sollen künftig neben den Zinserträgen auch Kursgewinne bei Anleihen, die auf
Fondsebene anfallen, versteuert werden. So wird quasi die jährliche Performance der
Rentenfonds steuerpflichtig gemacht. Bisher mussten Kursgewinne gegebenenfalls beim
Verkauf der Fondsanteile durch den Anleger deklariert werden. Die angestrebte Neuregelung
könnte jedoch für den Staat zum Bumerang werden, da im Gegenzug Kursverluste bei
Anleihen mit Zinserträgen verrechnet werden könnten.
In Rentenfonds sind nach Angaben des BVI insgesamt rund 170 Milliarden Euro angelegt, die
laufende Zinserträge bringen. Bezogen auf Euro-Rentenfonds ergab sich jedoch nach Abzug
der Kursverluste im Jahr 2006 eine Performance von -0,4 Prozent und im Jahr 2007 von 0,6
Prozent. Die vergleichbaren Zinserträge – gemessen an der Umlaufrendite – betrugen 2006
3,8 und 2007 4,3 Prozent. Hätte die geplante Neuregelung schon damals gegolten, so wäre
dem Fiskus nach Einschätzung von Börse Online’ in beiden Jahren jeweils ein dreistelliger
Millionenbetrag entgangen. Auch künftig müsste mit weniger Steuereinnahmen gerechnet
werden, da Experten eher von steigenden Zinsen und sinkenden Kursen ausgehen. In jedem
Fall ist ein stärker schwankendes Steueraufkommen bei Rentenfonds zu erwarten.
Der Beitrag ist aus der Ausgabe 41/2008 von BÖRSE ONLINE. Wir haben Ihr Interesse geweckt? Dann schließen Sie doch gleich ein Probeabo ab. Informieren Sie sich in unserem
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