Fonds

Sinkende Mietzinsen Schiffsfonds starten mit Hiobsbotschaft ins neue Jahr

[17:49, 03.01.12]

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Nacht über den Wassern: Die Charterraten drohen 2012 noch tiefer zu sinken. Anleger müssen mit ausbleibenden Ausschüttungen und Nachschussforderungen der Emissionshäuser rechnen.


Gleich zu Beginn des neuen Jahres spitzt sich die Situation für die krisengeplagten Schiffsfonds weiter zu. Im Zuge der Euro-Krise sind die Charterraten - also die Mietzinsen für Schiffe - in den vergangenen Monaten erneut stark eingebrochen. Viele Anleger maritimer Beteiligungsmodelle müssen deshalb weiterhin mit ausbleibenden Ausschüttungen oder sogar mit Nachschussforderungen der Emissionshäuser rechnen.

Der Harpex, ein Index, der die weltweite Preisentwicklung am Chartermarkt für Schiffe abbildet, ist kurz vor Weihnachten auf nur noch 400 Zähler gefallen und notiert damit 49,7 Prozent unter seinem langjährigen Mittel. Das vom Schiffsmakler Harper Petersen & Co in Hamburg erstellte Barometer misst die Preisentwicklung am Markt für Containerschiffe.

Der Baltic Dry Index, der die Entwicklung der Frachtraten für Schüttgüter wie Eisenerz, Getreide und Kohle widerspiegelt, ist seit Oktober um 14,6 Prozent auf 1878 Zähler eingebrochen. Das entspricht einem Minus von 79,5 Prozent gegenüber dem Höchststand im Jahr 2007.

Die Verwerfungen am Schiffsmarkt begannen mit dem Einbruch im Welthandel im Jahr 2009 nach Ausbruch der Finanzkrise. Zwar zog die globale Konjunkturentwicklung 2010 wieder an und ließ die Charterraten steigen. Sie konnten jedoch nicht wieder an das Niveau des Jahres 2007 anknüpfen. Damals notierte der Baltic Dry Index in der Spitze bei 12.000 Punkten, der Harpex bei 1402 Zählern. Seit dem Tief in 2009 konnte der Harpex jedoch nur vorübergehend bis auf 890 Zähler steigen.

Die Charterraten wären auch ohne den zuletzt durch die Euro-Krise wieder rückläufigen Welthandel eingebrochen, sagt Christian Reuter, Schiffsmarktanalyst der HSH Nordbank. "Was den Markt immer tiefer in die Krise treibt, sind die zunehmenden Überkapazitäten." Reedereien und Fondsgesellschaften hätten während der Boomjahre bis 2007 viel zu viele neue Frachter und Tanker geordert, die nun nach und nach vom Stapel laufen. "Die Zahl der Schiffe wächst deutlich stärker als das Frachtaufkommen und treibt die Reedereien in einen ruinösen Wettbewerb", sagt der Experte.


 

© 2012 ftd.de

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