Umwelt, Soziales, verantwortungsbewusste Unternehmensführung – diese Themen werden für deutsche Anleger immer wichtiger. Doch zeigen sie auch große Wissenslücken.
Für 56 Prozent der deutschen Anleger
spielt Nachhaltigkeit eine Rolle bei
der Anlageentscheidung. Doch den
guten Absichten der Deutschen steht
ein Mangel an Wissen gegenüber: Ein
Drittel würde gerne nachhaltig investieren,
kennt aber keine geeigneten
Produkte. Das zeigt eine Studie von
Axa Investment Managers. Die Vermögensverwalter
untersuchten zum
siebten Mal zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut
TNS Infratest
das Wissen von Deutschen, Österreichern
und Schweizern über Fonds.
Die Tendenz ist positiv: Die Befragten
aus Deutschland wussten in
diesem Jahr mehr über Fonds als in
den drei Jahren davor. Auch gegenüber
Österreichern und der Schweizern
waren die hiesigen Teilnehmer
deutlich besser im Bilde. Doch es gibt
noch Luft nach oben: Von 100 möglichen
Punkten, die die Studie für
Fondswissen vergibt, erreichten die
deutschen Befragten im Durchschnitt
nur 48. Dazu passt ein zentrales Ergebnis
der Umfrage: Die Bundesbürger
wünschen sich mehr Informationen
zur Geldanlage, insbesondere in Schulen
und anderen Ausbildungsstätten.
Bei nachhaltigen Investments
wird deutlich, dass die Informationslage
ausbaufähig ist: Zwar geben
66 Prozent der Befragten an, dass der
Ausdruck „Nachhaltigkeit“ für sie ein
gängiger Begriff sei. Dennoch ordneten
43 Prozent die Aussage „Nachhaltige
Investmentfonds berücksichtigen
neben dem finanziellen Aspekt zusätzlich
ökologische, soziale und ethische
Kriterien“ irrtümlich als nicht zutreffend
ein. Auch glauben 40 Prozent,
dass Nachhaltigkeit gleichzeitig weniger
Rendite bedeute.
Die Initiatoren sehen darin ein
hartnäckiges Vorurteil. „Die Performance
kann langfristig sogar besser
sein, als bei anderen Investments“,
sagt Uwe Diehl, Geschäftsführer bei
Axa Investment Managers. Er kritisiert,
dass am Markt eine klare Definition
von Nachhaltigkeit fehlt. „Möglicherweise
müssen wir da in Deutschland
den Weg einer Regulierung gehen“,
sagt er. Auch eine Förderung,
ein „Riester für nachhaltige Anlagen“
könne grünen oder sozialen Fonds
zum Durchbruch verhelfen.
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