Revolutionen, Inflation, Euro-Krise: Schwellenländer haben Anlegern zuletzt wenig Freude gemacht. Das wird auch 2012 so bleiben.
Für Investoren in Schwellenländern war 2011 ein hartes Jahr. Erst brachte der Arabische Frühling die Märkte in Nordafrika und im Nahen Osten ins Schleudern. "Die Ereignisse haben selbst Profis überrascht und Anleger nachhaltig verschreckt", sagt Maria Laura Lanzeni, Schwellenländerspezialistin bei
Deutsche Bank Research. Dann machte die Inflation vielen Ländern zu schaffen, etwa China und Indien. Zuletzt kamen Ansteckungseffekte durch die Euro-Krise hinzu. Die Aktien- und Anleihemärkte und schließlich auch die Devisenmärkte der meisten Schwellenländer litten. "Es war kein gutes Jahr für Schwellenmärkte", sagt Lanzeni.
Entsprechend unerfreulich fällt die Bilanz des Jahres 2011 für Aktienfonds aus, die weltweit in Schwellenländer investieren. Sogar noch unerfreulicher als für viele andere Fonds: Im Schnitt machten die Emerging-Markets-Produkte im vergangenen Jahr ein Minus von rund 20 Prozent. Und standen damit deutlich schlechter da als etwa europäische Standardwertefonds, die im Schnitt etwa 13 Prozent verloren. Vor allem große Länder mit liquiden Währungen, wie etwa Brasilien, sorgten in den Portfolios zuletzt für wenig Freude. "Investoren konnten Papiere aus diesen Ländern besonders schnell und in großer Menge verkaufen", sagt Lanzeni. Was sie aus Risikoscheu auch taten - die Aktienkurse fielen so besonders schnell.
Im neuen Jahr geht es wieder aufwärts. Davon sind zumindest Manager von Schwellenländerfonds überzeugt. Sie rechnen damit, dass die Nationen ihr Wachstumspotenzial 2012 wieder stärker ausspielen. Das gilt allerdings nicht für alle Schwellenländer gleichermaßen. Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass sich die aufstrebenden Volkswirtschaften nicht über einen Kamm scheren lassen.
Besonders viel versprechen sich Fondsmanager von Asien. Die Lage bleibe zwar angespannt, das Wachstum niedriger als in den Vorjahren. Im weltweiten Vergleich dürften asiatische Länder aber gut abschneiden. Fondsmanager bauen vor allem auf den steigenden Binnenkonsum, der den schwächelnden Export zum Teil ausgleichen könnte. Und rechnen darüber hinaus mit steigenden Dividenden. "Im Jahr 2012 werden wir wahrscheinlich durch höher ausfallende Dividendenzahlungen überrascht werden, weil es sich die Unternehmen nach den umfangreichen Kapitalbeschaffungsmaßnahmen in 2009 und 2010 leisten können, das aufgenommene Kapital auszuschütten", sagt Richard Sennitt, Fondsmanager für asiatische Aktien beim britischen Investmenthaus Schroders.
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