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Gegen den Branchentrend Real IS überzeugt Anleger mit günstigen Konditionen

[10:56, 25.01.12]


Das Emissionshaus zahlt vergleichsweise geringe Provisionen – und legte beim Fondsabsatz im vergangenen Jahr kräftig zu.


Real IS

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Seit Jahren stemmt sich das Emissionshaus Real IS gegen die in der Branche üblichen hohen Provisionen, die Banken, Sparkassen und freien Vermittlern zusätzlich zum Agio von fünf Prozent für den Vertrieb geschlossener Fonds gezahlt werden. Seit über einem Jahrzehnt rücken die auf Immobilienbeteiligungen spezialisierten Münchner nur vier Prozent des investierten Anlegerkapitals an die Vertriebe heraus, um die Renditechancen ihrer Kunden zu erhöhen.

Zum Vergleich: Schiffsfondsemittenten haben nach Erhebungen der Ratingagentur Scope ihre Provisionszahlung von 2005 bis 2010 lediglich von 12,9 auf im Schnitt 10,6 Prozent gesenkt, Initiatoren inländischer Immobilienfonds von 7,2 auf 5,5 Prozent.

Konkurrenten lächelten in der Vergangenheit oft über den zur Sparkassen- Finanzgruppe gehörenden bayerischen Fondsanbieter. Schließlich bewarben Vertriebspartner während der Boomjahre der Beteiligungsmodelle am liebsten jene Fonds, an deren Vermittlung sie besonders gut verdienen konnten. „Wir hätten früher deutlich mehr Eigenkapital einwerben können, wenn wir höhere Provisionen gezahlt hätten“, so Andreas Heibrock, Mitglied der Geschäftsleitung von Real IS. Im vorigen Jahr allerdings hatten die Bayern gut lachen: „Mit 319 Mio. Euro konnten wir 50,5 Prozent mehr Anlegerkapital einsammeln als im Vorjahr“, so Heibrock.

Real IS trotz dem Branchentrend

Branchenweit gingen die Absatzzahlen deutlich zurück, weil in Schieflage geratene Schiffsfonds und Angst vor einem massiven Einbruch der Realwirtschaft wegen der Euro-Krise Anleger davon abhielten, geschlossene Beteiligungsmodelle zu zeichnen. Nach Zahlen des Verbands Geschlossene Fonds (VGF) konnten dessen Mitglieder in den ersten drei Quartalen 2,53 Mrd. Euro Eigenkapital einsammeln; ein Minus von fast zwölf Prozent gegenüber den im Vorjahreszeitraum platzierten 2,87 Mrd.

Der Erfolg des Emissionshauses geschah in einem Jahr, in dem Anlegerschützer massiv die hohen Provisionen in der Branche gerügt hatten. Viele Sparkassenberater dürften das als Verkaufsargument für die neun von Real IS 2011 platzierten Fonds genutzt haben. „Wir raten Anlegern, genau auf die Höhe der Provisionsgebühren zu achten“, so Thomas Mai, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Niels Nauhauser, Anlageexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, ergänzt: „Je geringer die Provisionen sind, desto höhere Renditechancen haben die Anleger, weil mehr von ihrem Eigenkapital in das Investmentobjekt fließt.“

Eine niedrige Provisionsgebühr war 2011 indes kein Garant für den Vertriebserfolg: Hannover Leasing hatte im Mai mit dem Wachstumswerte 5 einen Fonds aufgelegt, der in eine Büroimmobilie in Rotterdam investiert und gar nur drei Prozent des Anlegerkapitals als Provision an die Vermittler weiterreicht. Bisher ist das Beteiligungsmodell noch nicht vollständig platziert. Vielleicht ist hier Banken und Sparkassen die Marge dann doch schlicht zu niedrig, um das Produkt an den Anleger zu bringen.


 

© 2012 ftd, © Illustration: Real IS

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