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Rendite sammeln Kunstfonds lockt mit zwölf Prozent

[16:53, 30.01.12]


Ein Luxemburger Fonds will Investoren ermöglichen, mit Anlagen in Kunstwerken Gewinn zu machen - und jährlich Erträge im zweistelligen Prozentbereich zu erzielen.


Bild von Andy Warhol

 Bild von Andy Warhol

Ein neuer europäischer Fonds will Investoren die Gelegenheit bieten, mit Anlagen in Kunstwerken Gewinn zu machen. Der in Luxemburg ansässige Art Collection Fund hat das Ziel, rund 60 Mio. Euro einzusammeln. Er stellt jährliche Erträge von zwölf Prozent in Aussicht. Ankaufen will der Fonds über einen Zeitraum von vier Jahren moderne, zeitgenössische und Stammeskunst von hoher Qualität. Nach sechs Jahren oder früher sollen die Werke durch Privatverkäufe oder Auktionen wieder veräußert werden.

„Der Fonds ist für Leute gedacht, die in Kunst investieren wollen, die aber nicht die Zeit haben, selbst Kunstwerke zu sammeln“, sagt Gründer Stanislas Gokelaere: „Wir wollen ihnen diese Welt näherbringen und etwas Sachverstand vermitteln.“

Die Mindesteinlage für den Fonds, der offiziell im April lanciert werden soll, beträgt 500 000 Euro. Die Managementgebühr liegt bei zwei Prozent im Jahr, zudem sollen Investoren 20 Prozent ihres Nettoertrags zahlen. Bisher liegen Gokelaere zufolge von Anlegern aus Belgien, der Schweiz, Luxemburg, Italien und Großbritannien unbestätigte Mittelzusagen von 10 Mio. Euro vor, rund die Hälfte des angestrebten Anfangsvolumens. Die Investoren können sich auch Werke im Wert ihrer Einlage ausleihen und bei sich zu Hause aufbewahren.

Der internationale Markt für Fonds, die in Kunst investieren, hatte 2011 ein Volumen von 960 Mio. Dollar, 2010 waren es 760 Mio. Dollar, so eine Studie von Deloitte Luxemburg und dem Londoner Datenanbieter Arttactic. Institutionelle Investoren sind dem Kunstmarkt gegenüber nach wie vor skeptisch. Sie verweisen auf fehlende Liquidität, mangelnde Transparenz, große Volatilität und hohe Transaktionskosten. Einige wohlhabende Privatinvestoren sehen Kunst als Anlageklasse positiver. Sie haben registriert, dass die Preise für Werke einiger Künstler nach den Tiefständen des Jahres 2009 kräftig geklettert sind. Anleger versuchen verstärkt zu diversifizieren, seit die Erträge an den Finanzmärkten und im Immobiliensektor spärlicher ausfallen. In der Vergangenheit taten sich Fonds, die in Kunstwerke als alternative Anlageklasse investieren, oft schwer – sei es mit dem Einsammeln von Geld, sei es als zuverlässige Ertragsbringer.

Gutes Klima für Kunstfonds

„Das Klima für Fonds ist so günstig wie schon eine ganze Weile nicht mehr“, sagt Anders Petterson, Gründer von Arttactic. Die Vorstellung, dass Kunst eine Anlageklasse ist, gewinne an Akzeptanz. „Die Fonds stellen sich darauf ein, dass sie Teil des Ökosystems und nicht bloß Parasiten sind. Sie bieten vermögenden Menschen die Möglichkeit, Teil dieses Lebensstils zu sein“, so Petterson. Laut Studie sind in der ersten Hälfte 2011 rund 25 Kunstfonds auf den Markt gekommen, die meisten in China.

Luxemburg ist dabei, sich als Drehscheibe für die Investments zu etablieren. Die Steuern sind niedrig, und Gokelaeres Fonds gesellt sich zu ähnlichen Anlagevehikeln, die auf Weine, Uhren oder Schmuck spezialisiert sind. „Es ist sozusagen das Backoffice der Welt der Kunst“, sagt Gokelaere: „London und New York bleiben das Frontoffice.“


 

© 2012 Bloomberg, © Illustration: Getty Images = Getty Images

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