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Scope-Analyse Die vertraglichen Tücken bei geschlossenen Fonds

[13:30, 17.01.12]

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Anlegerinteressen kommen in den Verträgen bei geschlossenen Fonds oft zu kurz. Es soll aber auch faire Anbieter geben - zum Beispiel das Hamburger Emissionshaus und den Kölner Initiator Jamestown.


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Bei jedem dritten geschlossenen Fonds sind die Verträge zum Nachteil der Anleger formuliert. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Scope nach Auswertung der Gesellschafts-, Treuhand- und Mittelverwendungskontrollkontrakte der 2011 von ihr analysierten Beteiligungsmodelle. Danach war die sogenannte Kontraktfairness bei 24,3 Prozent der Fonds leicht unterdurchschnittlich, bei 5,9 Prozent unterdurchschnittlich und bei 3,6 Prozent gar deutlich unterdurchschnittlich. 30,2 Prozent der Verträge waren durchschnittlich fair und 36 Prozent überdurchschnittlich fair gestaltet.

Spitzenreiter in der Fairnessbewertung sind das Hamburger Emissionshaus (HEH) und der auf geschlossene US-Immobilien- und -Waldfonds spezialisierte Kölner Initiator Jamestown. "Sowohl sämtliche Flugzeugfonds von HEH als auch die von Jamestown emittierten Fonds erlangten bei der Beurteilung der Kontraktfairness 2011 die Bestnote ,sehr hoch‘", sagt Scope-Rechtsanalyst Guido Nölke. Auf Platz drei rangiert der Pflegeheimfondsspezialist Immac. "Die Rendsburger erzielen bei der Analyse der rechtlichen Konzeption ihrer Fonds seit Jahren durchgehend gute Bewertungen", sagt Nölke.

Negativquote wahrscheinlich noch höher

Gegenüber der erstmals im Vorjahr vorgenommenen Fairnessauswertung aller von Scope im Jahresverlauf analysierten Fonds sei das Ergebnis quasi unverändert. "Wie 2010 wiesen auch im vergangenen Jahr 66 Prozent aller Beteiligungsangebote mindestens eine durchschnittliche Kontraktfairness auf", sagt Nölke.

Dies bedeute im Umkehrschluss, dass bei einem Drittel der analysierten Fonds die Verträge zuungunsten der Anleger gefasst seien, sagt der Münchner Fachanwalt für Kapitalanlagerecht Peter Mattil: "In der Realität dürfte die Negativquote sogar noch höher sein." Denn unseriöse Anbieter würden in der Regel ihre Fonds nicht analysieren lassen. Die Scope-Studie beruht auf der Analyse von 136 Fonds. Insgesamt waren 2011 über 200 neue Beteiligungsmodelle von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt worden. Allein in den ersten neun Monaten hatten nach Zahlen der Ratingagentur Feri 184 Fonds die Vertriebserlaubnis erhalten.


 

© 2012 ftd.de, © Illustration: Jamestown

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