Manager von Volatilitätsfonds wollen Kursschwankungen an der Börse zum Ertragsbringer für Anleger machen. Profianleger sind bereits überzeugt.
Für Anleger sind schwankende Kurse normalerweise
ein Dilemma. Ihr Risiko, beim Kauf von Aktien,
Anleihen oder Fonds Geld zu verlieren, steigt.
Seit 2008 mussten viele Anleger diese Erfahrung
machen. Durch aktives Handeln ist es kaum möglich,
das eigene Portfolio den schnellen Kursbewegungen
anzupassen. Allerdings bieten genau diese
Bewegungen auch großes Renditepotenzial. Jenen,
die wissen, wie man von der Volatilität – den
Schwankungen eines bestimmten Anlageprodukts
– profitieren kann. Allerdings ist eine Investition
in schwankende Kurse schwierig.
In Volatilitätsindizes, wie beispielsweise den
VDAX, der die von Anlegern künftig erwarteten
Schwankungen des DAX zeigt, kann lediglich über
Terminkontrakte investiert werden. Eine komplexe
und kostenintensive Anlage. Denn bei Terminkontrakten
ist aktives Handeln erforderlich, da sich der
Anleger gegen Preisänderungen seines Basiswerts
absichern muss.
Volatilität als Produkt
Die Fondsbranche versucht daher, mit Volatilitätsfonds
zu punkten. „Volatilität ist ein Produkt,
das gegensätzlich zu einem Index läuft. Die Idee ist
jetzt, das Produkt einem Portfolio hinzuzufügen, um
einen Kurseinbruch aufzufangen“, so Uwe Wystup,
Professor an der Frankfurt School of Finance, der in
Zusammenarbeit mit dem Vermögensverwalter
Lupus Alpha eine Studie angefertigt hat. Darin untersucht
Wystup eine Investmentstrategie, die auch
Lupus Alpha in seinen Fonds nutzt: Sie integriert
Volatilität über Varianzswaps ins Fondsportfolio.
Varianzswaps sind außerbörslich, zwischen dem
Fondsabieter und einer Investmentbank, gehandelte
Derivate. Mit ihnen handelt der Anbieter die
künftig erwarteten Schwankungen, die durch Volatilitätsindizes
gemessen werden, gegen die künftige
realisierte Volatilität, die im Nachhinein auf
Basis historischer Kursdaten ermittelten Schwankungen.
Die Swaps werden dabei zu der in der Regel
höheren erwarteten Volatilität verkauft und am
Ende ihrer Laufzeit mit der üblicherweise niedrigeren
historischen Volatilität abgerechnet.
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