Baugeld war noch nie so billig wie
heute. Da bietet sich ein Zinsdifferenzgeschäft
an“, so Rolf Klein, Finanzplaner
in Krefeld. Wie das funktioniert?
Ein Kunde nimmt für den Kauf einer Immobilie
ein Darlehen auf und zahlt während der Laufzeit
lediglich die Zinsen. Das Geld, das für die
monatlichen Tilgungszahlungen zur Verfügung
steht, investiert er stattdessen in einen Sparvertrag,
beispielsweise in einen Fondssparplan.
Wird das Darlehen fällig, löst er es mit der
Ablaufleistung aus dem Sparplan ab.
Der Charme dieses Modells: Wer mit der
Rendite seines Sparplans den Effektivzins seines
Annuitätendarlehens übertrifft, erzielt ein
sattes Plus. Darüber
hinaus freuen sich die Investoren über eine
verminderte Steuerlast. Bei fremdvermieteten
Immobilien sind nämlich die gleich bleibend
hohen Schuldzinsen über die gesamte Laufzeit
voll absetzbar.
Der Erfolg steht und fällt jedoch mit der Wahl
des optimalen Tilgungsersatzes, also des richtigen
Sparplans. Die Anlage muss eine ausreichende
Rendite erzielen, und außerdem sollte
das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt garantiert
zur Verfügung stehen. Auch die steuerliche
Seite spielt eine Rolle: Sinnvoll ist eine
Anlage, deren Ertrag nicht oder nur zu einem
kleinen Teil steuerpflichtig ist. Ansonsten büßt
ein Investor den Vorteil, den er durch den Abzug
der Schuldzinsen verzeichnet, wieder ein.
Kapitallebensversicherungen sind deshalb
nicht geeignet. Auch mit fondsgebundenen
Lebensversicherungen können sich die meisten
Experten nicht anfreunden. Sie erlauben
keinen flexiblen Ausstieg während der Laufzeit,
sind mit hohen Kosten belastet, weitgehend
intransparent und im günstigsten Fall
zur Hälfte steuerpflichtig.