Die Volksrepublik China ist zum größten Investitionsmarkt für Immobilien weltweit aufgestiegen. Das geht aus einer Studie des US-Immobilienbrokers Cushman & Wakefield hervor.

Danach zog der Immobilienmarkt im Reich der Mitte im Jahr 2009 insgesamt 156 Milliarden Dollar (114 Milliarden Euro) an. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. In den USA hingegen brachen die Investitionen um zwei Drittel auf nur noch 38 Milliarden Dollar ein. Bei Gewerbeimmobilien ist China damit vor Großbritannien und den USA - 2008 noch die Nummer eins - auf den ersten Platz der Investitionsstandorte weltweit vorgerückt.
Die Daten schüren Ängste, nach denen der chinesische Immobilienmarkt inzwischen deutliche Überhitzungstendenzen zeigt. Immobilien in China hatten sich im Dezember mit der schnellsten Rate seit 18 Monaten verteuert. In den 70 größten Städten des Landes kletterten die Preise im abgelaufenen Monat gegenüber dem Vorjahr um im Schnitt 7,8 Prozent. Chinas Banken hatten auf staatliches Geheiß 2009 umgerechnet rund 1000 Milliarden Euro an Krediten vergeben, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. In diesem Jahr soll ein Betrag in ähnlicher Größenordnung ausgereicht werden.
Teile der Kredite fließen aber auch spekulativ in den Immobilienmarkt. Für zusätzliche Nachfrage sorgte eine seit Herbst 2009 gültige Regelung, nach der auch Chinas Versicherer in den Heimatmarkt für Gewerbeimmobilien investieren dürfen. Sie verwalten zusammen 540 Milliarden Dollar.
Allerdings steuert China auch gegen, um Luft aus der möglichen Preisblase zu lassen: Seit Januar gilt wieder eine Steuer für Verkäufe von Immobilien innerhalb einer Fünf-Jahres-Frist. Zudem hat die chinesische Notenbank die Mindestreserven erhöht.
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