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Immobilienpreise Zeit für Gewinnmitnahmen

[11:13, 22.07.11]

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Die Preise von Mehrfamilienhäusern in deutschen Großstädten sind rasant gestiegen. Experten fürchten eine Spekulationsblase.


Die Preise von Mehrfamilienhäusern und vermieteten Eigentumswohnungen sind in guten Großstadtlagen seit 2007 um mehr als 70 Prozent gestiegen. Aus Angst vor einer drohenden Geldentwertung investieren immer mehr vermögende Privatanleger in Wohnimmobilien. Experten ist die Entwicklung längst nicht mehr geheuer. Sie raten Eigentümern, Gewinne mitzunehmen.

"Wir sehen jetzt in Deutschland eine Spekulationsblase, die in ihrer Dimension mit jener in den USA vergleichbar ist", sagt Günter Vornholz, Analysechef des Immobilienfinanzierers Deutsche Hypo. In den Vereinigten Staaten seien die Immobilienpreise von 1997 bis 2007 um durchschnittlich 130 Prozent gestiegen.

Dann kollabierte der Markt und riss die Welt in die Finanzkrise. "Im Vergleich zur früheren Entwicklung in den USA ist die derzeitige Dynamik am deutschen Markt sogar noch größer", sagt Vornholz. "Es besteht die signifikante Gefahr, dass die Preise nach der Übertreibung wieder deutlich zurückkommen."

Anleger, die bereits vor geraumer Zeit in Wohnhäuser investiert haben, sollten deshalb erwägen, jetzt ihre Gewinne mitzunehmen. "Im Moment sind die Rahmenbedingungen für Verkäufer noch außergewöhnlich günstig."

In Städten wie Hamburg, München und Stuttgart hat die rasant gestiegene Nachfrage dazu geführt, dass Käufer für Mehrfamilienhäuser inzwischen häufig 36 Jahresmieten zahlen. Die aus den Mieteinnahmen erzielbare jährliche Rendite ist dadurch auf 2,8 Prozent gefallen. "Vor drei Jahren wurden diese Zinshäuser maximal zum 22-Fachen des Jahresmietertrags oder einer Rendite von 4,5 Prozent gehandelt", sagt Markus Schmidt, der die Analyse bei der Immobilienberatungsgesellschaft Aengevelt leitet. Inklusive einer zwischenzeitlichen Mietsteigerung von fünf Prozent sind damit die Preise seit 2007 um bis zu 72 Prozent gestiegen.

Vermietete Eigentumswohnungen in guten Lagen haben sich sogar noch stärker verteuert, weil dieses Marktsegment auch Anlegern mit geringerem Kapitalvermögen zugänglich ist. Wurden die Objekte vor der Krise zum maximal 24-Fachen der Jahresmiete gehandelt, zahlen Käufer nun bis zu 44 Jahresmieten. "In München wechselte jüngst eine Penthousewohnung der Luxusklasse sogar zum 55-Fachen der Spitzenmiete den Besitzer", sagt André Adami, Wohnungsspezialist bei der Immobilienforschungsgesellschaft Bulwien Gesa.


 

© 2011 ftd.de, © Illustration: FTD

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