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Steigender Flächenbedarf Mehr Wohnraum gefragt

[10:42, 10.12.09]


Es klingt paradox: Trotz sinkender Bevölkerungszahlen in Deutschland steigt in den nächsten zwanzig Jahren der Pro-Kopf-Wohnflächenbedarf weiter. Im internationalen Vergleich wohnen andere Nation aber bedeutend luftiger.


Weiteres erstaunliche Ergebnis: Der Osten wird bis 2030 den Westen bei der Pro-Kopf-Wohnfläche überholt haben. Laut der Prognose steigen die Flächenansprüche im Westen von 47 Quadratmetern (im Jahr 2010) in den nächsten zwanzig Jahren um 15 Prozent auf 54 Quadratmeter. Zugleich wächst die Wohnfläche im Osten sogar um über ein Viertel auf 55 Quadratmeter im Jahre 2030.

Aufgrund der höheren Nachfrage sagen die Experten des Berliner Forschungsinstituts Empirica, die die Studie im Auftrag der Landesbausparkassen (LBS) durchführten, für 2030 eine Wohnfläche voraus, die insgesamt um rund 14 Prozent über dem Stand von 2010 liegt. Rechnerisch bedeute der Anstieg einen jährlichen Mehrbedarf von jährlich über 200.000 Wohneinheiten.

Hauptgrund für diese Entwicklung ist laut Empirica die steigende Anzahl an Ein- oder Zweipersonenhaushalten. Sie kommt dadurch zustande, dass die Lebenserwartung steigt und die Menschen möglichst lang in ihren Eigenheimen und Wohnungen leben wollen - auch wenn die Kinder längst aus dem Haus sind. Daher gehen die Forscher trotz leicht zurückgehender Bevölkerung davon aus, dass die Zahl der Haushalte bis 2020 noch um über 1 Million zunimmt. Hinzu kommt steigender Wohlstand, der zu wachsenden Wohnansprüchen führe.

Pro-Kopf-Wohnfläche bei niedrigen Einkommen am größten

Derzeit liegt die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf bis zum 50. Lebensjahr in den alten Bundesländern konstant bei gut 38 Quadratmetern. Mit 48 Quadratmetern liegt sie im Alter von 50 bis 65 Jahren bereits deutlich höher, um ab 65 Jahren auf 62 Quadratmeter hochzuschnellen.

Weiterer interessanter Punkt: Laut der Empirica-Analyse ist die Pro-Kopf-Wohnfläche bei den niedrigsten Einkommen (bis zu 1.100 Euro netto im Monat) am größten. Bei Mietern beträgt sie 45 Quadratmeter bei Wohneigentümern sogar 70 Quadratmeter). In dieser Einkommensklasse finden sich überproportional viele - teils bereits verwitwete - Rentner.

Mit höheren Einkommen steigt dagegen, wie die LBS-Experten ergänzen, die Wohnungsgröße bei Mieter- und Wohneigentümerhaushalten klar an. Hier teilten sich aber meist Familien mit Kindern die Flächen, so dass etwa Wohneigentümerhaushalte mit Nettoeinkommen über 4.500 Euro auch nicht auf mehr als 48 Quadratmeter pro Person kämen.

Australier haben die größten Eigenheime weltweit

Im internationalen Vergleich liegen die Deutschen bei der Wohnfläche pro Haushalt allerdings im Mittelfeld. Australier haben die größten Eigenheime weltweit. Sie leben nach einer neuen Statistik im Schnitt auf 214 Quadratmetern. Damit haben sie knapp doppelt so viel Platz wie deutsche Hausbesitzer, die gerade mal auf 109 Quadratmeter kommen. Das geht aus einer Untersuchung des australischen Statistikamtes im Auftrag der Brokerfirma CommSec hervor.

Rang zwei belegen die USA, wo die Eigenheime im Schnitt 201 Quadratmeter groß sind, gefolgt von Neuseeland mit 196 und Dänemark mit 137 Quadratmetern. Niederlande, Frankreich und Deutschland teilen sich dagegen mit um die 110 Quadratmeter das Mittelfeld. Schlusslicht ist Großbritannien, wo Eigenheime gerade einmal durchschnittlich 76 Quadratmeter aufweisen.


 

© 2009 boerse-online.de, © Illustration: dpa

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