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Trotz steigender Bauzinsen Hoffnung für Hausbauer

[15:46, 12.01.12]

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Käufer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen in Deutschland sind die Gewinner der Euro-Krise. Weil Investoren derzeit südeuropäische Staatsanleihen scheuen und stattdessen in Bundesanleihen und deutsche Pfandbriefe flüchten, bewegen sich die Baugeldzinsen zum Jahresbeginn noch immer in einem historischen Tief. Für Standardhypothekenkredite mit zehnjähriger Laufzeit verlangen Banken nach der jüngsten Erhebung des Verbraucherportals Biallo.de nur noch einen Effektivzins von durchschnittlich 3,17 Prozent. 2008 lagen die Zinssätze für die Darlehen in der Spitze noch bei 5,3 Prozent.

Baustelle

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Experten erwarten aber, dass sich Baugeld im Jahresverlauf verteuern wird. "In der ersten Jahreshälfte werden die Hypothekenzinsen auf dem gegenwärtigen Niveau verharren", sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank. Im zweiten Halbjahr sei allerdings ein Anstieg um bis zu 100 Basispunkte zu erwarten. "Ende des Jahres dürften die Zinssätze für zehnjährige Immobiliendarlehen um die Marke von 4,15 Prozent notieren", sagt Hellmeyer. Bei einem Hypothekenkredit über 100.000 Euro würde sich damit die monatlich zu zahlende Rate gegenüber dem heutigen Zinsniveau um 81,67 Euro verteuern.

Entscheidend für die Höhe der Baugeldkosten in Deutschland sind nicht die Leitzinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB), sondern die Renditen der Bundesanleihen. Diese beeinflussen das Zinsniveau der Hypothekenpfandbriefe, mit denen Banken ihre Immobilienkredite refinanzieren. Seit Beginn der Finanzkrise sind die Renditen von Bundesanleihen kontinuierlich gefallen, weil Investoren immer stärker in diese Papiere flüchten - bei kurz laufenden Geldmarktpapieren war der Zins zuletzt sogar negativ. Durch die Flucht in Bundesanleihen sanken auch die Zinssätze für Hypothekenpfandbriefe. Banken können daher ihre Immobilienkredite heute zu geringeren Kosten refinanzieren und geben diesen Preisvorteil wegen des scharfen Wettbewerbs an die Kunden weiter.

Die Maßnahmen der EU-Regierungen und der EZB zur Stabilisierung des Euro würden diesen Trend 2012 jedoch umkehren, prognostiziert Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen. "Die Kapitalmärkte werden wieder in ruhiges Fahrwasser geraten." Investoren würden deshalb im Jahresverlauf aus Bundesanleihen und Pfandbriefen in Aktien umschichten. Im Gegenzug würden die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen von derzeit 1,85 Prozent auf 2,8 Prozent steigen.


 

© 2012 ftd.de, © Illustration: Jens Schierenbeck/dpa/tmn

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